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Sozialverband Kropp : Einmal im Monat regieren die Karten

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Der Spielenachmittag des Sozialverbands Kropp ist für viele ein fester Termin. Der Verein unterstützt Mitgleider bei Rechtsfragen und bietet Ausflüge an.

In gemütlicher Runde sitzen Marga Storm, Renate Bock und Ingrid Denz im Kropper Forum. Auf dem Tisch liegen bunte Karten. Sie spielen „Phase zehn“, während sich ein Quartett am Nachbartisch Doppelkopf-Duelle liefert. Sie seien immer beim Spielenachmittag des Sozialverbands (SoVD) dabei – „es sei denn, wir sind krank oder im Urlaub“, sagt Ingrid Denz. Ohne den Nachmittag würde ihnen etwas fehlen. Erst gibt es Kaffee und Kuchen, danach werden die Spielkarten hervorgeholt. 20 Spielwütige sind zu dem Termin diesmal gekommen. Normalerweise sind es doppelt so viele. Schuld sind die Ferien.

Einer der wenigen Männer ist Walter Broszeit, erster Vorsitzender des 589 Mitglieder zählenden SoVD-Orstverbands Kropp/Klein Rheide, der aus dem 1951 gegründeten Reichsbund entstanden ist. Neben Ausflügen und Spieltagen bietet der SoVD Beratungen in sozialrechtlichen Angelegenheiten von der Rente über Kranken- und Pflegeversicherung bis Behindertenrecht und Grundsicherung an. Er vertritt die Mitglieder vor Sozialgerichten, stellt Anträge, legt Widerspruch gegen fehlerhafte Bescheide ein. „Man muss keine Prozess- oder Anwaltskosten aufbringen“, erklärt Broszeit, nur den Mitgliedsbeitrag. Monatlich sechs Euro für Einzelpersonen, neun Euro für Paare und zehn Euro für Familien.

Marga Storm ist vor über 20 Jahren durch ihren Mann Mitglied geworden. Als sie früher in Rente gehen wollte, „hat mir der SoVD geholfen, meine Rechte durchzusetzen“. Wenn der Sozialverband sich engagiere, „steht da mehr Gewicht hinter, als wenn man es allein macht“, betont sie. Auch Renate Bock hat bereits die Hilfe des Sozialverbands in Anspruch genommen – wenn auch erfolglos. „Ich bin trotzdem geblieben“, sagt sie. Ingrid Denz wiederum ist über ihre Nachbarn dazu gestoßen, ohne bisher eine Beratung benötigt zu haben.

„Die meisten Klienten sind Rentner, hinzu kommen Menschen mit Behinderungen“, sagt Walter Broszeit. Der 78-Jährige hatte vor anderthalb Jahren aus der Not heraus den Vorsitz des Ortsverbandes übernommen: „Es war sonst keiner dazu bereit.“ So sei man der Auflösung zuvorgekommen. Inzwischen hat er einen Nachfolger gefunden, der sich bei der Jahresversammlung am 3. Februar 2018 zur Wahl stellen wird. Bis dahin betreut Broszeit die Mitglieder, plant Veranstaltungen, vermittelt Kontakte zu Beratungsangeboten. Der Ortsverband wächst stetig, aber es fehle die Jugend, meint er.

Für die Beratung müssen die Kropper in den Stadtweg 49 nach Schleswig. Sprechzeiten sind dienstags, von 9 bis 12 Uhr, sowie donnerstags, von 9 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr. „Leider gibt es keine festen Termine“, sagt Broszeit, man müsse Zeit mitbringen. „Wir versuchen derzeit, alle 14 Tage oder einmal im Monat eine Beratung hier im Kropper Forum anzubieten, aber noch schaffen wir das nicht“, so der erste Vorsitzende. Mitglieder, die nicht mobil sind, fährt der Vorsitzende auch selbst ab und zu nach Schleswig. Lieber wäre ihm, wenn das gar nicht nötig wäre: „Würden alle Behörden ihre Arbeit richtig machen, müsste es den Sozialverband nicht geben.“

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erstellt am 10.Aug.2017 | 17:50 Uhr

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