Schleswig : Einigung im Parkhaus-Streit

Noch mindestens drei Jahre muss das Parkhaus am Schwarzen Weg durchhalten. Danach stehen die Zeichen auf Abriss.
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Noch mindestens drei Jahre muss das Parkhaus am Schwarzen Weg durchhalten. Danach stehen die Zeichen auf Abriss.

Der Bauausschuss gibt einstimmig grünes Licht für Abriss des maroden Parkhauses am Schwarzen Weg.

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20. Juni 2018, 07:46 Uhr

Schleswig | Mit Blick auf die jüngsten Diskussionen und Querelen rund um das Thema Parkhaus konnte man im Vorfeld das Schlimmste befürchten. Aber Pustekuchen: Der Bauausschuss hat sich gestern in einem Grundsatzbeschluss einstimmig dafür ausgesprochen, das marode Gebäude im Schwarzen Weg abreißen zu lassen – und zwar nach einer durchweg sachlich geführten Diskussion. Allerdings sind noch zahlreiche Einzelheiten zu klären. Ob das Parkhaus in drei, vier Jahren dann auch tatsächlich abgerissen und durch einen Neubau ersetzt wird? Selbst diese Frage ist nicht abschließend beantwortet.

Wichtig sei aber jetzt erst einmal, dass die Politik ein Signal sende, damit die Innenstadtsanierung weiter voranschreiten könne, betonte Bürgermeister Arthur Christiansen vor der Abstimmung noch einmal ganz deutlich. Denn nur dann, wenn man sich zum Abriss des Parkhauses bekenne, könne ein freiraumplanerischer Wettbewerb in Gang gesetzt werden, bei dem es um die künftige Gestaltung aller Straßen, Wege und Plätze innerhalb des Sanierungsbereiches geht. Und in dem liegt auch das Parkhaus.

Hintertürchen bleibt offen

Wie es konkret mit dem Gebäude weitergehen wird, entscheidet sich allerdings erst ab 2021. „Erst dann kommt es zum Schwur in der Ratsversammlung“, so Christiansen, der damit großen Teilen der Politik ein Hintertürchen offen ließ, das diese als Voraussetzung für eine Zustimmung für den jetzigen Grundsatzbeschluss einforderten. Nämlich, dass es später doch noch möglich ist, sich gegen den Abriss zu entscheiden, sollten die Neubaupläne finanziell aus dem Ruder laufen.

Ein vom SSW eingereichter Änderungsantrag fand deshalb schließlich die Zustimmung aller Parteien. So heißt es im Beschluss nun, dass die Verwaltung zunächst einen Investoren finden muss, der ein neues Parkhaus nach Vorgaben der Stadt errichtet, bevor abgerissen wird. Sollte dies nicht möglich sein, müsse geprüft werden, ob die Stadt selbst als Investor und Betreiber infrage kommt. Da dies angesichts leerer Kassen jedoch unwahrscheinlich sei, wie Peter Clausen vom SSW betonte („Wir haben ja auch noch einen Theaterbau an der Backe, der Millionen verschlingen wird“), solle dann auf das Angebot aus der Wirtschaft zurückgegriffen werden. Diese hatte kürzlich die Idee eines Bürgerparkhauses ins Spiel gebracht, das unter anderem von den Gewerbetreibenden selbst betrieben wird – und zwar innerhalb des alten, dann renovierten Gebäudes.

Die Sorge, die hinter dem Vorschlag der Kaufleute steht, nämlich dass während einer mindestens zweijährigen Abriss- und Neubauphase zu wenig Parkplätze in der Innenstadt zur Verfügung stehen könnten, nahmen sowohl die Verwaltung als auch die Fraktionen sehr ernst. Bürgermeister Christiansen erklärte deshalb noch einmal, dass er garantiere, dass es zentrumsnah durchgängig 500 Parkplätze geben werde. Unter anderem Helge Lehmkuhl von der CDU und Ingo Harder (BfB) betonten jedoch, dass das Gewoba-Parkhaus in der Moltkestraße und das Stadtfeld, die in diesem Zusammenhang offenbar mit in der Verlosung sind, keine Alternativen darstellen könnten. „Das ist viel zu weit weg. Wir brauchen Parkplätze direkt im Zentrum, sonst kommt es zu Abwanderungstendenzen bei den Kunden. Und dann hat die Ladenstraße ein richtiges Problem“, so Lehmkuhl. Am Ende stimmte aber auch er für den Abriss, und damit für eine „große Chance für Schleswig und seine Innenstadt“, wie Ausschussvorsitzender Stephan Dose (SPD) betonte.

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