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„Schleswig Session“ : Einheimische und Flüchtlinge – musikalisch auf Augenhöhe

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Einmal im Monat werden junge Flüchtlinge gemeinsam mit Schleswiger Jugendlichen spontan Musik machen.

„Musik braucht keine Sprache, wirkt unmittelbar und man begegnet sich auf Augenhöhe“, meint Rathaus-Fachbereichsleiterin Julia Pfannkuch. Damit sich Schleswiger Bürger über die Musik näher kommen können, bündeln Verwaltung, Jugendzentrum und Kreismusikschule ihre Kräfte und rufen die Veranstaltungsreihe „Schleswig Session“ ins Leben.

Das kostenlose Angebot richtet sich an Menschen jeden Alters und Geschlechts, jeder Herkunft und Religion, betont die Leiterin des Jugendzentrums, Sandra Martensen. Im dortigen Saal werden an jedem zweiten Dienstag im Monat ab 18 Uhr die Instrumente rausgeholt, die wiederum die Kreismusikschule zur Verfügung stellt. Ziel ist das gemeinsame zwanglose Musizieren, Tanzen und Singen. Zunächst sind drei Termine am 9. Mai, 13. Juni und 11. Juli geplant.

Die Idee für die Session stammt aus dem Kulturzentrum „Zinnschmelze“ in Hamburg-Barmbek, wo sich Keshia Böttcher und Steffen Rach Inspiration und Ratschläge geholt haben. Das Duo leistet in der Schleswiger Stadtverwaltung derzeit seinen Bundesfreiwilligendienst ab und ist für die Organisation der Musikreihe verantwortlich. Das Erlebnis in der „Zinnschmelze“ habe sie beeindruckt: „Das war einmalig, wie mit Instrumenten und wechselnden Sängern am Ende eine riesige Tanzrunde entstanden ist“, erinnert sich Steffen Rach. „Alle ist sofort miteinander ins Gespräch gekommen. Das wollen wir unbedingt auch in Schleswig haben“, ergänzt Keshia Böttcher.

Dem stimmt Willi Neu, Leiter der Schleswiger Kreismusikschule, zu. Er freue sich darüber, diese „frische Idee“ pädagogisch zu begleiten, meint er. So wird Musiklehrer Till Stade die Leitung übernehmen und die Session einläuten – wenn nötig. „Vielleicht geht es auch einfach so los, das wäre das Beste“, betont Neu und setzt dabei auf die Impulse der Menschen, die kommen. Nicht jeder muss musizieren, auch Zuhörer sind willkommen.

An Musikinstrumenten wird es nicht mangeln: Neben Trommeln werden sogenannte „Boomwhacker“ bereit liegen, die beim Schlagen Töne erzeugen. Zudem können eigene Musikinstrumente mitgebracht werden. „Wir werden eine Anlage aufstellen an der elektronische Instrumente angeschlossen werden können“, erklärt Willi Neu. Er ist gespannt auf die Session und überzeugt, dass sie für viele ein Türöffner sein kann. Er glaubt daran, dass die Veranstaltung über die drei Monate hinaus „in irgendeiner Form weitergehen wird“.

„Unsere Jugendlichen sind von der Idee hellauf begeistert“, erzählt Sandra Martensen. Unter den regelmäßigen Nutzern des Jugendzentrums seien viele Geflüchtete, die sehr Musik-affin seien und darauf brennen, ihre Heimat musikalisch zu repräsentieren, ergänzt sie. „Ich freue mich darauf, verborgene Talente zu sehen“, fährt sie fort.

Infos zur „Schleswig Session“ gibt es im Internet auf der gleichnamigen Facebookseite.

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erstellt am 25.Apr.2017 | 12:26 Uhr

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