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Gelähmter Hund aus Hollingstedt : Eingeschläfert: Jack musste bis zum Ende leiden

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Der gelähmte Flat-Coated Retriever aus Hollingstedt wurde Dienstag eingeschläfert. Bei einem Unfall auf dem Weg zum Arzt hatte er sich neue Verletzungen zugezogen.

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erstellt am 19.Aug.2015 | 12:31 Uhr

Jack ist tot. Der Flat-Coated Retriever, der an einer Lähmung litt und mehr als acht Wochen lang unter einem Wohnwagen in Hollingstedt angekettet war, wurde am Dienstagnachmittag von einem Tierarzt in Kropp von seinen Leiden erlöst. „Wir versuchen wirklich alles, um Tiere zu retten“, sagte Yvonne Wiegers-von Wegner, die Vorsitzende des Schleswiger Tierschutzvereins, „aber es gibt Situationen, in denen wir unsere Emotionen zurückstellen und mit klarem Kopf zum Wohle des Tieres solch schwierige Entscheidungen treffen müssen.“

Der erst zwei Jahre alte Hund hatte eine lange Leidenszeit hinter sich – und selbst in den letzten Stunden seines Lebens schlug das Schicksal noch einmal mit aller Härte zu. Am Montag hatte die Halterin auf Drängen von Ordnungsbehörde und Tierschützern zugestimmt, Jack einschläfern zu lassen. Der Tierarzt aber entschied sich anders. Er riet zu einer Röntgenuntersuchung in Kropp, die am Dienstag stattfinden sollte.

Auf dem Weg von Hollingstedt nach Kropp kam es dann offenbar zu einem Autounfall, bei dem das Tier zusätzlich verletzt wurde. Die Halterin kehrte daraufhin nach Hause zurück. Weil das Tier vor Schmerzen winselte, meldete sich die Frau beim Tierheim mit der Bitte, ihr den Hund abzunehmen. „Sie hat uns Jack übereignet“, berichtete Yvonne Wiegers-von Wegner, „er ist dadurch in unsere Verantwortung gelegt worden – mit allen Rechten, Pflichten und Kosten.“

In Absprache mit dem Veterinäramt des Kreises Schleswig-Flensburg wurde beschlossen, Jack gegen die akuten Schmerzen behandeln und anschließend röntgen zu lassen. „Wir mussten natürlich wissen, wie es um den Hund steht, ob er möglicherweise noch zu retten war – oder eben nicht.“ Nach der Untersuchung stand fest: Jack hätte sich nur noch gequält. Die Lähmung, die lange Leidenszeit unter dem Wohnwagen und die neuen, schweren Verletzungen, die er bei dem Unfall erlitten hatte, ließen die Tierschützer zu dem Schluss kommen, dass es das Beste für Jack sei, ihn einschläfern zu lassen. Er war in einem erbärmlichen Zustand.

Die Ursache der Lähmung wurde nicht bis ins letzte Detail erforscht. „Am wahrscheinlichsten ist jedoch ein Rückenmarksinfarkt. Der kann zu Lähmungen führen, es gibt aber relativ gute Heilungschancen, wenn der Hund rechtzeitig in Behandlung kommt“, sagte Yvonne Wiegers-von Wegner. Eine Behandlung aber bekam Jack nicht.

Nach dem Bericht über das traurige Schicksal des Hundes stand am Mittwoch das Telefon im Tierheim, bei Hollingstedts Bürgermeisterin Petra Bülow und bei unserer Zeitung nicht still. Die Anrufer boten auf vielfältige Weise Hilfe an – durch Spenden und auch durch Angebote, das Tier aufzunehmen. Das ist jetzt nicht mehr notwendig.

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