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Schleswig : Einfache Sprache: „Aktion Mensch“ unterstützt Einsatz gegen Amtsdeutsch

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Lotterie bezuschusst das Schleswiger Übersetzungs-Projekt „Capito“ mit 250 000 Euro

Verschachteltes Amtsdeutsch in einfache, klare Sprache übersetzen: Diese Idee kommt offenbar gut an. Nicht nur bei Lesern und Auftraggebern, sondern auch bei der „Aktion Mensch“. Denn die Sozialorganisation, die sich durch Lotterieeinnahmen finanziert, unterstützt das Schleswiger „Capito“-Projekt mit 250  000 Euro.

Anfang des Jahres wurde die gleichnamige Initiative der Werkstätten in einem eigens dafür eingerichteten Büro im Lollfuß gestartet (wir berichteten). Dort wird seitdem Pionierarbeit in Schleswig-Holstein geleistet. Ziel des Projektes ist es, Menschen mit Behinderungen oder Lernschwächen oder auch solchen mit Migrationshintergrund Texte zu erschließen, die sie ohne Hilfe nicht verstehen würden. „Das ist auch eine Art der Barrierefreiheit“, sagt Jan-Henrik Schmidt (Foto), Leiter der „Capito“-Initiative und gleichzeitig Geschäftsführer der Schleswiger Werkstätten. Dass die „Aktion Mensch“ diesen Ansatz mit einer solch großen Summe fördert, freue ihn ganz besonders. „Wir haben dort eine Unterstützung beantragt und auch darauf gehofft. Dass die Zusage nun steht, ist natürlich klasse.“ Bei dem Geld handele es sich um einen Personalkostenzuschuss. Es soll, aufgeteilt auf vier Jahre, für die Übernahme eines Teils des Gehaltes für die drei festen „Capito“-Mitarbeiter verwendet werden. „Ich denke, dass dieses Geld also sehr sinnvoll eingesetzt wird. Denn die Aufgaben, die die drei Mitarbeiter übernehmen, kommen vielen Menschen zugute“, sagt Schmidt.

Inzwischen hat das „Capito“-Team bereits die ersten Texte übersetzt. Dabei haben sie zunächst vor der eigenen Haustür gekehrt und die Mitarbeiter-Verträge der Schleswiger Werkstätten in verschiedene, leichter verständliche Sprachniveaus übersetzt. Jetzt geht es im Auftrag des Kreises darum, deren Bescheide für behinderte Menschen vom Behördendeutsch zu befreien. Zudem stehen Gespräche laut Schmidt mit dem Land Schleswig-Holstein kurz vor dem Abschluss. „Wir haben inzwischen jede Menge Anfragen. Nicht nur von Behörden, sondern auch aus der Wirtschaft“, sagt er. Das gelte sowohl für das Übersetzten von Texten als auch für das Schulen und Sensibilisieren von Mitarbeitern für das Thema Einfache Sprache. „Da gibt es insgesamt einen sehr großen Bedarf.“

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erstellt am 04.Apr.2016 | 17:29 Uhr

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