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Schleswiger Königswiesen : Einfach nicht trocken zu bekommen?

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Besucher von Großveranstaltungen auf den Königswiesen haben schnell nasse Füße – eine Lösung des Problems könnte sehr teuer werden.

von
erstellt am 13.Sep.2017 | 08:01 Uhr

Der Hamburger Eventmanager Manfred Pakusius plant zwar für das nächste Jahr ein großes Kulturfestival auf den Königswiesen (wir berichteten). Aber ist der Stadtpark in seinem gegenwärtigen Zustand für große Veranstaltungen überhaupt geeignet? Die Zweifel daran werden immer lauter. Die Spuren der Wikingertage sind einen Monat danach noch immer deutlich sichtbar. In tiefen Furchen, die sich während des dreitägigen Spektakels im Rasen gebildeten hatten, sammelte sich gestern wieder das Regenwasser. Es versichert nur sehr, sehr langsam. Wenn sich an der Beschaffenheit des Bodens nichts ändere, dann müsse er sich notgedrungen einen anderen Platz suchen, hatte Veranstalter Kaj-Uwe Dammann kurz nach Ende der Wikingertage gesagt. Damals war er zuversichtlich, dass der Park im nächsten Jahr eine Drainage bekommt. Bürgermeister Arthur Christiansen hatte ihm jedenfalls Hoffnungen gemacht.

Als das Thema jetzt im Bauausschuss zur Sprache kam, war aus den Worten von Bauamts-Mitarbeiter Herbert Falsner jedoch deutliche Skepsis herauszuhören. „Wir prüfen das“, sagte er. Jedoch stehe zu befürchten, dass mit einer Drainage keine nachhaltige Besserung zu erreichen sei. Weil die Abflüsse unterhalb des Meeresspiegels liegen würden, wäre ein Pumpsystem erforderlich – mit erheblichen Folgekosten. „Nach unserer Einschätzung wäre es eine sehr teure Maßnahme, die nicht unbedingt Erfolg verspricht“, so Falsner. Deshalb waren Pläne für eine Drainage auch schon nach dem verregneten Joe-Cocker-Konzert 2011 bald wieder zu den Akten gelegt worden.

„Wir waren immer der Meinung, dass im Rahmen der Arbeiten für die Landesgartenschau 2008 auch eine Entwässerung eingebaut worden wäre“, hakte der Ausschuss-Vorsitzende Stephan Dose (SPD) nach. Das sei zwar der Fall, bestätigte Falsner, betreffe aber „nur einen kleinen Teilbereich“.

Was genau vor der Landesgartenschau gemacht wurde, das weiß man im Bauamt nicht. Man hat nun Kontakt zu den damals verantwortlichen Landschaftsarchitekten aufgenommen – insbesondere, um herauszufinden, was es mit einem Phänomen auf sich hat, das Kaj-Uwe Dammann während der Wikingertage beobachtete: Offenbar befindet sich rund 20 Zentimeter unterhalb der Grasnarbe eine extrem verdichtete Erdschicht, durch die fast kein Wasser hindurchsickern kann.

„Uns ist die Veranstaltungsfläche Königswiesen wichtig“, betonte Bürgermeister Arthur Christiansen. Im Haushalt für das kommende Jahr wolle er deshalb „einen gewissen Teil“ dafür einplanen. Genauere Angaben zu den Kosten machte er jedoch noch nicht. Bis dahin ist zumindest ein möglicher Veranstalter extrem vorsichtig: Der umtriebige Eventmanager Ingo Harder, der als BfB-Ratsherr an der Ausschuss-Sitzung teilnahm, sagte: „Ich werde auf den Königswiesen keine Veranstaltungen durchführen. Das ist viel zu riskant.“

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