Einfach mal nur flattern

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06. Juli 2013, 04:59 Uhr

Nach dem langen Winter und dem kalten Frühling, nach den Nachrichten aus Ägypten und Indien, nach all dem Alltag und überhaupt: Ich sehne mich nach etwas Leichtigkeit! Ich möchte es einfach gern mal wieder einfach haben und die Seele baumeln lassen, einfach mal nur für mich. Einfach mal nur so flattern.

Der Urlaub ist noch einige Wochen hin, aber im nördlichen Schleswig-Holstein leben wir ja, wo andere Urlaub machen. Also gehe ich beim erstbesten Sonnenstrahl zum Hafen meiner kleinen Stadt, anerkanntermaßen einer der wunderbarsten Plätze der Welt. Hier liegen Urlaub und Aufbruchstimmung in der Luft, die Welt steht offen, die Zukunft kommt mir entgegen.

"Ich trug an Bord meines Schiffes die Götter der Zukunft", schrieb Heinrich Heine 1840. Auf mich hat dieser Satz eine Wirkung, die meine Mutter immer mit dem Ausdruck "Hummeln im Mors" umschreibt.

Wenn ich meine Gedanken beim Anblick des Hafens und der Schiffe und der Zukunft schweifen lasse, bekomme ich tatsächlich Hummeln im Mors und freue mich, weil noch so viel kommt.

Natürlich (das ahne ich) wird nicht alles sommersonnengelb sein. Die Zukunft ist eben auch ein gefährliches Ziel.

"Macht nichts", denke ich, "wird schon werden", und gehe an der Schlei in Richtung Brücke weiter.

Zu meiner Rechten sehe ich die St.-Nikolai-Kirche über allem thronen. Und plötzlich kann ich sie sogar hören. Sie flüstert mir etwas zu. "Zur Freiheit hat uns Christus befreit!" (Gal. 5,1), flüstert sie.

Mir wird ganz leicht ums Herz, meine Seele baumelt im Wind, und alles ist plötzlich ziemlich einfach. Ich flattere schnell nach Hause.

Ich bin mir sicher: Mit Leichtigkeit werde ich alles bewältigen, was vor mir liegt. Sogar das Schwere.

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