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Tierheim-Hund mit schwerem Schicksal : Eine zweite Chance für Lulu

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die junge Hündin Lulu findet nach einem schweren Schicksal über die Zeitung ein neues Zuhause – und blüht jetzt richtig auf.

Schleswig | „Lulu hat vor Menschen und der ganzen Welt große Angst und muss mit viel Geduld an alles gewöhnt werden.“ So stand es am 2. August 2011 in den Schleswiger Nachrichten, als der damals anderthalbjährige Schäferhund-Mix über unsere Rubrik „Tier der Woche“ einen neuen Besitzer suchte. Das Foto zeigte aber auch: Lulu ist eine hochbeinige Schönheit mit einem hübschen Gesicht.

„Ich habe mich sofort in sie verliebt“, erinnert sich Uta Janke an den Moment, als sie vor drei Jahren die Zeitung aufschlug, „man hat ja nicht gesehen, wie traumatisiert sie war“. Das wurde aber sofort deutlich, als sie mit Ehemann Ernst ins Schleswiger Tierheim fuhr, um die Hündin zu besuchen: „Im Freigehege ist sie die ganze Zeit am Zaun entlang im Kreis gelaufen.“

In ihrem jungen Leben hat Lulu viel Leid erfahren. In Polen geboren, wurde sie zu früh von der Mutter getrennt und lebte als Straßenhund. „Von dort wurde sie weggefangen. Doch polnische Auffangstationen sind halbe Tötungsmaschinen“, meint Uta Janke. Eine vermeintliche Tierschützerin hätte sie gekauft, nach Deutschland gebracht und mit anderen Hunden in einem dunklen Schuppen gehalten. „Nachdem Nachbarn die Frau angezeigt haben, landete Lulu im Schleswiger Tierheim.“ Neben der Odyssee hat auch Gewalt Spuren hinterlassen, nicht nur an der Schnauze der Hündin: „Lulu muss speziell von Männern misshandelt worden sein.“ So habe Ernst Janke ein Dreivierteljahr gebraucht, um an sie ranzukommen. „Zu mir hat sie relativ schnell Vertrauen aufgebaut, ich bin bis heute ihre Nummer eins“, so Uta Janke.

Doch das Rentnerpaar ließ sich nicht abschrecken, ging mit Lulu spazieren und nahm sie zu Besuchen mit nach Hause. Begleitet wurden sie nicht nur von Nicole Schmonsees aus dem Tierheim, sondern auch von „Rammy“, der mittlerweile 14-jährigen ersten Hündin der Jankes. Beide Hündinnen hätten sich von Anfang an super verstanden, „Zickenkrieg gab es nicht“. Im Gegenteil: Rammy ist für Lulu ein Stück Sicherheit. So springt sie bei Gewitter nicht mehr auf das Sofa, sondern kuschelt sich an Rammy.

Mit Hilfe der Hundeschule Merlin in Fockbek – „unsere ehemalige Hundelehrerin hatte gemeint, Lulu könne man nur noch einschläfern“ – und täglicher Übung sei Lulu entspannter, höre auf Kommandos und gebe sogar Pfötchen. „Doch es gab auch Zeiten, da sind wir fast verzweifelt. Daher freuen wir uns über jeden Mini-Fortschritt von Lulu“, sagt Uta Janke. So wie der Moment, als die Hündin das erste Mal zu ihrem Mann gekommen sei und seine Hand abgeschleckt habe: „Da kamen mir die Tränen.“ Die Hündin gebe ihnen viel und strahlt sie an, wenn sie gut drauf ist. Daher sei ihnen nie die Idee gekommen, sie zurückzubringen. Aber sie wissen auch: „Etwas wird immer zurück bleiben.“ Stöckchen werfen oder Fahrrad fahren gehe mit Lulu nicht – da suche sie sofort das Weite. Aber Wasser sei ebenso ihr Element wie das von Rammy: „Wir sind oft in Dänemark, und Lulu liebt es, in den Prielen zu planschen.“ Nur Wellen sind ihr nicht ganz geheuer.

Die Rubrik „Tier der Woche“ an jedem Dienstag findet das Ehepaar nach wie vor toll: „Wir gucken uns die Hunde an – obwohl wir keinen dritten anschaffen wollen“, schmunzelt Uta Janke.

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