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Schleswiger Nachrichten

22. August 2017 | 18:59 Uhr

Süderbrarup : Eine Zirkus-Stadt entsteht

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Aufbau bei Circus Krone: Tiere und Artisten bevölkern den Süderbraruper Marktplatz. Die erste Vorstellung beginnt am Freitag um 15.30 Uhr.

Gestern war Aufbautag bei Circus Krone in Süderbrarup. In der Nacht waren alle Tiere, und alles, was mit Tieren zu tun hat, bereits von Flensburg nach Süderbrarup transportiert worden. Die Zelte für Elefanten und Pferde standen schon am Tag vorher. Der ganze Marktplatz von Süderbrarup war in Bewegung. Riesige Traktoren rangierten Wagen zentimetergenau. Und das Knarren der Spannratschen für das Zelt war trotz des Motorenlärms das beherrschende Geräusch. Denn es ist gar nicht so einfach, ein Zeltdach von der Größe eines Fußballfeldes in die Höhe zu bekommen. Es besteht aus 20 Leinwandteilen, von denen jedes etwa eine Tonne wiegt. Diese werden mit 1200 Schlaufen zusammengefügt. Dieses Verbundstück wird im ersten Schritt an den Hauptmasten hochgezogen. Später werden noch zwölf Gittermasten aufgestellt, die dann dem Zelt die typische Kuppelform geben. Sieben Kilometer Kabel liegen im Zelt, um insbesondere die Scheinwerfer mit Strom zu versorgen. Erst dann werden die Manege, Bühne und Zuschauerränge aufgebaut, die in sogenannten „Bretterwagen“ vom letzten Spielort angeliefert werden. Diese Arbeiten dauern etwa sechs Stunden, werden in zwei Abschnitte aufgeteilt und kosten viel Schweiß. „Heute ist unser 6000-Kalorien-Tag“, erklärt Susanne Matzenau, die Pressesprecherin von Circus Krone. Die promovierte Biologin reist seit zehn Jahren mit dem Circus. „Ich habe mir nach meinem Studium überlegt, was man damit anfangen kann, wenn man Tiere liebt“, erklärt sie. Und daraufhin habe sie sich beim Circus beworben. Denn hier liebe man Tiere und gebe ihnen das, was ihren Bedürfnissen entspreche.

Die Tiere selbst dösen oder schlafen am Aufbautag vor sich hin. Pferde und Elefanten stehen in ihren Ställen, Lamas und Ziegen futtern und verdauen. Der Nashornbulle hat sich lang im Stroh ausgestreckt. Die Löwen und andere Raubkatzen lassen sich mit geschlossenen Augen die Sonne auf den Pelz brennen. Sie vermeiden Bewegung, obwohl ihnen ein Areal groß wie das Zirkuszelt zur Verfügung steht. Bei den vier Seelöwen läuft das Außenbassin langsam mit Wasser voll. „Am Aufbautag schlafen Chico, Tino, Joe und Charlie bis zum Nachmittag“, erklärt Petra Duss, die gemeinsam mit Ehemann Roland die Tiere trainiert. Dann bekämen sie Hunger, wollten ihren Fisch und verließen dann selbstständig ihr Bassin im Lastwagen, um im Außenbassin mit 100 Kubikmeter Wasser schwimmen zu gehen. Bis dahin hört man nur selten ihr Bellen, das aber selbst durch die Wagenwände noch Geräusche außerhalb der DIN-Norm hat.

Total munter sind dagegen die Papageien von Alessio. Sie flattern in ihrer Voliere herum und suchen sofort den Kontakt zu ihm, als er auftaucht. Ganz begeistert sind sie von den Rückfahrgeräuschen der Traktoren, die sie in einem fort wiederholen.

Nur eine Sache ist am Aufbautag noch problematisch für die Zirkus-Logistik. Denn die Abteilung „Müll und Mist“ ist an diesem Tag noch am letzten Standort tätig, um diesen besenrein zu hinterlassen. Deshalb muss für zwei Tonnen Mist ein Übergangslager gefunden werden, bis am nächsten Tag der Container wieder da ist.

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