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Berender Redder : Eine Viertelmillion Euro für Grünpflege

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Hecken im Neubaugebiet sorgen erneut für Diskussionen. Die CDU bringt nun eine B-Plan-Änderung ins Spiel.

von
erstellt am 18.Mai.2017 | 06:51 Uhr

Eigentlich ist weder das Thema neu, noch die Diskussion darüber. Trotzdem redeten sich die Mitglieder des Bauausschusses erneut die Köpfe heiß, als es in ihrer Sitzung am Dienstagnachmittag um die kostspielige Pflege der Grünanlagen und dabei insbesondere der Hecken im Neubaugebiet am Berender Redder ging. Am Ende zog Vorsitzender Stephan Dose (SPD) leicht genervt das Fazit, „dass wir schon niveauvoller in diesem Ausschuss diskutiert haben“.

Aber der Reihe nach: Zuletzt stand das Thema im vergangenen Herbst auf der Tagesordnung. Auch damals war es in Sachen Hecken-Pflege mächtig rund gegangen. Schließlich aber war man sich fraktionsübergreifend einig darüber, dass man für den dritten Bauabschnittes des Wohngebietes, der zurzeit erschlossen wird, eine andere Lösung finden müsse als für die ersten beiden. Denn bislang haben die Anwohner mit der Pflege der Hecken, die allesamt auf städtischem Boden stehen, nichts am Hut. Und wie es aussieht, wird sich das auch für die künftigen Bewohner von Abschnitt 3 nicht ändern.

So zumindest lautet das Fazit des Berichts von Bauamtsleiterin Manja Havenstein über die Pflege- und Unterhaltungskosten, den sie jetzt den Ausschussmitgliedern vorstellte. „Wir kommen zu dem Ergebnis, dass am besten alles so bleibt, wie es ist“, sagte sie und bezog sich dabei in erster Linie auf die im Jahr 2008 von der Politik gefassten Beschlüsse, die Hecken als optisches Element des Baugebietes anzulegen und dies auch im B-Plan festzuschreiben. „Die sich daraus ableitenden Unterhaltungskosten waren mithin schon bei der Entscheidung zur Erschließung des Berender Redders bekannt“, hieß es in Havensteins Bericht. Nun, wie von einigen Politikern vorgeschlagen, im dritten Bauabschnitt auf die Hecken zu verzichten oder die Hauseigentümer zu deren Pflege zu verpflichten, halte sie auch rechtlich für schwierig. „Und wenn jeder Bewohner den Teil der Hecken vor seinem Grundstück selbst schneidet, wäre ein einheitliches Erscheinungsbild sicherlich nicht mehr gegeben.“ Nicht zuletzt machte die Bauamtsleiterin deutlich, dass die Hecken und großzügigen Grünanlagen ein gewichtiger Grund dafür seien, dass der Berender Redder zu einer echten Erfolgsgeschichte geworden ist. Gerade diese Gestaltung werde von vielen Grundstücksinteressenten ausdrücklich gelobt und oft als Grund für eine Kaufentscheidung genannt, so Havenstein.

„Das ist ja alles schön und gut. Aber ich vermisse bei diesem Bericht die Zahlen, was das alles kostet“, beklagte sich Helge Lehmkuhl und eröffnete damit die Diskussion. Als ein Mitarbeiter des Bauamtes daraufhin erklärte, dass die Umweltdienste für die Pflege sämtlicher Grünanlagen samt Spielplätzen in allen drei Bauabschnitten mit einem jährlichen Gesamtbetrag von etwa 250  000 Euro rechnen, ging es erst richtig los. „Es ist unfassbar, wie wir hier das Geld raushauen. Wenn es um die Unterstützung von Kulturprojekten geht, streiten wir uns manchmal um 200 Euro. Und jetzt das“, meinte Lehmkuhl, der betonte, dass der Beschluss für das Anlegen der Hecken „vor meiner Zeit getroffen wurde“. Das wiederum gefiel Rainer Wittek vom SSW gar nicht. „Ich will mir den großen Erfolg am Berender Redder jetzt nicht kaputtreden lassen. Alle Fraktionen waren damals für den Entwurf mit den Hecken. Hinterher ist man immer schlauer“, meinte er und erntete Zustimmung in erster Linie bei der SPD. Zwar wurde auch aus ihren Reihen der hohe Pflegeaufwand beklagt, die Diskussion darüber kommt aber zu spät, erklärten Stephan Dose und Jürgen Lorenzen. Und als Momme Thiesen von der CDU dennoch betonte, dass er die hohen Kosten nicht hinnehmen und deshalb eine Änderung des B-Plans prüfen lassen möchte, warf ihm Eckhard Haeger von der SPD Populismus vor. Sein Partei-Genosse Michael Manthey-Oye ging noch einen Schritt weiter, in dem er behauptete, der Berender Redder sei der CDU ohnehin nicht wichtig, weil Besserverdienende wegen der kleinen Grundstücksgrößen dort nicht bauen wollten. Diesen Vorwurf wiederum wies die CDU vehement von sich.

Zumindest in zwei Punkten waren sich am Ende alle Fraktionen und die Verwaltung einig. Erstens: Die Anwohner sollen künftig noch konsequenter aufgefordert werden, die schmalen Grünstreifen zwischen den Hecken und ihren Grundstücken freizuhalten (einige haben dort Komposthaufen oder ähnliches aufgebaut). Nur so könnten Maschinen zum Einsatz kommen – und das sei deutlich günstiger, als wenn Mitarbeiter der Umweltdienste mit der Elektroschere unterwegs seien, hieß es. Zweitens: Man will bei der Planung neuer Baugebiete nicht noch einmal den selben Fehler machen – und genauer auf Folgekosten achten.

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