Schleswig/Busdorf : Eine Spende aus dem alten Armenhaus

Dackel „Samson“ mit Marten Seifert (r.) und Marc Thomsen (3.l.), die gemeinsam mit Turid und Jan-Oliver Küster (l.) den Spendenbetrag an Heidi Thiel (2.l.) vom Frauenzentrum Schleswig überreichen.
Dackel „Samson“ mit Marten Seifert (r.) und Marc Thomsen (3.l.), die gemeinsam mit Turid und Jan-Oliver Küster (l.) den Spendenbetrag an Heidi Thiel (2.l.) vom Frauenzentrum Schleswig überreichen.

Der Weihnachtsmarkt in und um das ehemalige Quartier für Bedürftige bringt 1750 Euro für das Frauenzentrum.

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22. Dezember 2017, 07:00 Uhr

Dass es Zeiten gab, die alles andere als rosig waren, davon berichtet die Geschichte des Busdorfer Armenhauses. Gebaut wurde es um 1854 in der Alten Landstraße Nummer eins. Zeitweilig waren dort mehr als 30 Menschen gemeinsam untergebracht. 1847 zählte die Gemeinde Busdorf 233 Einwohner, davon 36 Menschen, die so arm waren, dass sie auf Unterstützung durch die Dorfgemeinschaft angewiesen waren. Bis in die 1950er Jahre hinein fanden hier die ärmsten der Armen eine Unterkunft und Versorgung.

Heute ist das alte Armenhaus lange schon Geschichte. Marten Seifert und Marc Thomsen bewahren sie. Seit sieben Jahre arbeiten und leben sie hier mit ihren Familien. In der Weihnachtszeit organisieren sie einen kleinen Weihnachtsmarkt, mit dem sie alljährlich an die historische Bedeutung des Hauses erinnern und selbst etwas für gemeinnützige oder soziale Einrichtungen tun. An die große Glocke wollen sie ihr Engagement nicht unbedingt hängen. Dennoch: Das adventliche Treffen mit Freunden und Wegbegleitern ist inzwischen gleichermaßen bekannt, wie beliebt und erfolgreich: Mehrere Tausend Euro überreichten Marten Seifert und Marc Thomsen schon an die Jugendfeuerwehr, das Tierheim, das Deutsche Rote Kreuz, an die Flüchtlingshilfe und die Schleswiger Tafel.

In diesem Jahr kam mit Unterstützung von Landschlachter Sönke Erichsen aus Brekling, Turid und Jan-Oliver Küster vom Wein-Quartier aus Schleswig und dem Ingenieurbüro-Recase in Busdorf eine Spende in Höhe von 1750 Euro zusammen, die dem Schleswiger Frauenzentrum zugute kommen wird. „Solch eine großzügige Zuwendung haben wir selten. Wir freuen uns riesig“, bedankte sich Heidi Thiel im Namen des Frauenzentrums, dessen Beratungs- und Anlaufstelle in der Bahnhofstraße 16 untergebracht ist. Das Geld wird für Angebote zum Thema Selbstverteidigung und Kurse zur Entwicklung des Selbstvertrauens eingesetzt. „Alles was Frauen stärkt“, sagte Thiel.

Und das freute die Organisatoren des kleinen, beschaulichen Weihnachtsmarktes im ehemaligen Armenhaus. Denn: „Aus der Geschichte unseres Hauses heraus haben wir das Empfinden, ein Stück gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen“, sagt Marten Seifert. Dafür gab es ein wohlwollendes „Wuff“ von Dackel „Samson“, der überall und immer mit dabei ist.







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