Mantrailing : Eine Socke führt auf die richtige Spur

Diesem Hund wird zum Schnüffeln eine Socke vor die Nase gehalten, die der Spurenleger, der gefunden werden muss,  einen Tag zuvor getragen hat.
Diesem Hund wird zum Schnüffeln eine Socke vor die Nase gehalten, die der Spurenleger, der gefunden werden muss, einen Tag zuvor getragen hat.

Monika Körner von der Gebärdenhundeschule Grundhof hat acht Halter mit ihren Vierbeinern auf eine „Mantrailing“-Trainingsstrecke geschickt. Eine wichtige Rolle spielen dabei getragene Socken.

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19. März 2014, 12:00 Uhr

Wer ist aufgeregter: Mensch oder Hund? Eine Gruppe aus mehreren Personen steht im starken Wind, an der Leine jeweils ein Hund. Das wöchentliche gemeinsame Training steht an, heute bei dem Landwirt Peter Andresen in Gräfsholz in Quern. Auf dem Programm steht das „Mantrailing“, eine Art Spurensuche mit dem Ziel, Personen zu finden. Die Gruppe ist im ganzen Kreis unterwegs. Die Besonderheit: Veranstaltet wird das Training von der Gebärdenhundeschule aus Grundhof. Deren Leiterin Monika Körner, die selbst schwerhörig ist, bietet die Kurse an, an denen jeder interessierte Hundebesitzer teilnehmen darf, auch für Schwerhörige und Gehörlose.

Hunde, die Menschen aufspüren können, seien oft sehr wichtig, betont sie. „Wir haben schon vermisste Kinder und entlaufene Tiere wiedergefunden.“ „Mantrailing“ sei für die Vierbeiner Schwerstarbeit. „Nach einer Suchaktion sind die fertig“, erklärt Ehemann Ralf Körner.

Etwa 30 Minuten, bevor das Training startet, ist Christoph Andresen, der 17-jährige Sohn des Landwirts, zu Fuß über die Feldwege, Wiesen und Äcker und auch durch den Wald gelaufen, drei Kilometer weit, um eine Spur zu hinterlassen – er selbst wartet nun am Endpunkt. Jetzt bekommen die Hunde von den Kursteilnehmern nacheinander eine der Socken, die er am Vortag getragen und in einer Plastiktüte aufbewahrt hat, vor die Nase gehalten, damit sie Witterung aufnehmen können. Alle gehen los, halten dabei einen gewissen Abstand ein, und die Tiere folgen schnell der Spur. Ihre Herrchen, mit denen sie über eine fünf bis acht Meter lange Leine verbunden sind, folgen ihnen.

„Jeder Mensch verliert permanent abgestorbene Zellpartikel, die zu Boden sinken“, erklärt Ralf Körner. Diese erzeugten einen „Individualgeruch“, der sich je nach den Wetterbedingungen mehr oder weniger gut verteile. Ein Hund, der eine besonders gute Nase hat, spürt diesen Geruch schnell auf, bringt seinen Führer am Ende zum Spurenleger – wie an diesem Tag: Alle acht Teams erreichen innerhalb einer halben Stunde das Ziel. Ganz wichtig ist die Belohnung mit einem Leckerli direkt nach dem Auffinden des „Opfers“ Christoph.

Monika und Ralf Körner suchen sich immer wieder neue Strecken aus, damit die Hunde immer wieder neu gefordert werden. Hunde, die gerne mit der Nase arbeiten und besonders gut auf Gerüche reagieren, seien besonders geeignet. Monika Körner betont aber auch: „Man muss einem Hund nicht beibringen, wie man ,trailt’, wir müssen nur deutlich machen, was er ,trailen’ soll.“ Ein Hund, der an dem Training teilnimmt, sollte gesund sein, da die Nasenarbeit viel Kraft koste.

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Weitere Infos unter Telefon 04636/976763.

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