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ASF-Aktion : Eine Schubkarre voll mit alten Handys

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Wertvolle Metalle dienen der Finanzierung des Freiwilligen Ökologischen Jahres in Schleswig-Holstein. Sammelstellen gibt es im Lollfuß und in allen Recyclinghöfen im Kreisgebiet.

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erstellt am 30.Jan.2016 | 07:04 Uhr

Für Hinrich Goos war in dieser Woche wieder Bescherung: Der 66-jährige Plöner holte beim Schleswiger Recyclinghof eine ganze Schubkarre voll mit alten Handys ab. Das tut er regelmäßig seit fast zehn Jahren. Im Jahr 2006 entwickelte er gemeinsam mit Gabriele Dunker-Ulbrich, der Pressesprecherin der Abfallwirtschaft Schleswig-Flensburg (ASF), die Idee, mit Hilfe der aussortieren Telefone das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) in Schleswig-Holstein zu unterstützen.

Damals war Goos FÖJ-Projektleiter bei der Nordelbischen Kirche. Inzwischen ist er im Ruhestand, aber als Ehrenvorsitzender des Bundesarbeitskreises für das Freiwillige Ökologische Jahr kümmert er sich noch immer um die alten Handys. Die Geräte kommen längst nicht mehr nur aus Schleswig. Neben der ASF war von Anfang an auch die Abfallwirtschaft Dithmarschen mit im Boot. Nach und nach schlossen sich alle anderen schleswig-holsteinischen Abfallgesellschaften an– und im Kreis Stade hat Goos mittlerweile auch den ersten Lieferanten aus Niedersachsen.

Wie viele Handys diesmal in der Schiebkarre lagen, haben er und Gabriele Dunker-Ulbrich noch nicht gezählt. Es werden ungefähr 1000 sein, schätzen sie. In jedem einzelnen Gerät schlummern Metalle, die sich wiederverwerten lassen: Gold, Platin, Seltene Erden. Allerdings sind die Mengen so gering, dass es sich für den einzelnen Besitzer kaum lohnt, sie zu verkaufen. Spezialisierte Verwerter zahlen heute pro Handy weniger als einen Euro. Vor zehn Jahren waren die Erlöse noch deutlich höher. Für Goos rentiert sich die Handy-Sammlung trotzdem nach wie vor. Die Menge macht es. Bis zu 20 Prozent der Telefone sind sogar noch funktionsfähig. „Wiederverwendung ist auf jeden Fall ökologisch besser als die reine Wiederverwertung der einzelnen Materialien“, sagt er.

Insgesamt hat das Handysammeln über die Jahre 132  000 Euro eingebracht. Das Geld fließt nicht direkt in die Bezahlung der rund 150 Leistenden im Land – diese Kosten übernimmt in der Regel das Land selbst. Stattdessen möchte Goos mit den Einnahmen eine Stiftung aufbauen. Aus deren Erlösen könnte dann unter anderem die Bezahlung ausländischer FÖJler aufgestockt werden. „Für sie gibt es nämlich kein Kindergeld, anders als für ihre deutschen Kollegen“, erklärt Goos. Junge Leute aus der ganzen Welt nutzen das FÖJ ebenso wie das Freiwillige Soziale Jahr nach der Schulzeit für einen Auslandsaufenthalt in Deutschland. „Außer Grönland hatten wir schon fast alle Länder der Erde“, sagt Goos.

Der neue ASF-Geschäftsführer Lutz Döring war jetzt zum ersten Mal bei einer Handy-Übergabe dabei. Er will das Projekt auf jeden Fall fortsetzen. Allerdings läuft die Sammlung neuerdings nicht mehr so unkompliziert wie in den vergangenen Jahren. Bisher konnten Passanten ihre Telefone einfach in eine Sammelbox vor der Tür der ASF-Zentrale im Lollfuß werfen. Das ist nicht mehr zulässig. Die gesetzlichen Bestimmungen wurden verschärft, nachdem es in verschiedenen Recyclingstationen im Bundesgebiet zu kleinen Explosionen gekommen war – ausgelöst von Akkus beim Aufprall in der Sammelbox.

Wer jetzt sein Handy bei der ASF abgeben will, kann es persönlich bei den Mitarbeitern abliefern – entweder im Lollfuß oder in einem der Recyclinghöfe im gesamten Kreisgebiet. „Am besten ist, man packt es in eine Plastiktüte oder umwickelt es mit Kreppband“, sagt Gabriele Dunker-Ulbrich.

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