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Spinnen im Stadtmuseum Schleswig : Eine Schau mit Gruselfaktor

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Das Stadtmuseum zeigt bis Ende März die Wanderausstellung „Faszination Spinnen“.

Diese Ausstellung ist nicht für jeden was. Vogelspinnen. Schwarze Witwen. Skorpione. Alle quicklebendig. Auch wenn schätzungsweise jeder zehnte Deutsche unter Arachnophobie, der krankhaften Angst vor Spinnen, leidet und noch viel mehr Menschen einen gewissen Ekel vor den achtbeinigen Krabblern verspüren – die Ausstellung mit dem Titel „Faszination Spinnen“ dürfte in den nächsten Monaten einige tausend Neugierige ins Stadtmuseum locken. So war es schließlich auch in den Jahren 2004 und 2007, als die Polen Sebastian Wadycki und Jacek Pacyna mit ihrem Spinnenzoo nach Schleswig kamen.

In den vergangenen Tagen haben sie 44 Terrarien aufgebaut.Ab heute ist die Ausstellung geöffnet. Bei der Präsentation gestern bestanden Museumsleiterin Dörte Beier und Rathaus-Sprecherin Antje Wendt die Mutprobe. Sie nahmen eine Grammostola Pulchra, eine schwarze Vogelspinne aus Brasilien, auf die Hände. „Weich“, war Wendts Kommentar. Normale Besucher werden nicht in die Verlegenheit kommen, die Spinnen anfassen zu müssen. Sie bleiben hinter Glas.

Jacek Pacyna geht seit mehr als 20 Jahren mit seiner Spinnen-Ausstellung auf Tournee. Am Anfang nur in seiner polnischen Heimat. Sein erster Besuch in Deutschland, 1999 im thüringischen Gotha, war noch eine echte Herausforderung. Polen war noch kein Mitglied der EU, und exotische Spinnen über die Grenze einzuführen, nicht so einfach.

Inzwischen ist seine Spinnensammlung europaweit gefragt. Meistens zeigt er sie in Naturkundemuseen. „Aber wenn es, wie in Schleswig, kein Naturkundemuseum gibt, gehen wir auch ins Stadtmuseum.“ Rund 300 verschiedene Spinnen haben die Polen in ihrer Sammlung, dazu Skorpione und Tausendfüßler. Heimisch sind sie in Mittel- und Südamerika, in Afrika, Asien und Australien. Nicht alle haben sie mitgebracht nach Schleswig. Parallel zeigen sie derzeit eine Ausstellung im Frankfurter Senckenberg-Museum.

Die Tiere sind pflegeleicht. Hauptsache, sie haben es warm und feucht in ihren Terrarien. Es reicht, sie einmal im Monat zu füttern. Das geschieht öffentlich. Die Fütterungen im Stadtmuseum finden an vier Sonntagen jeweils um 15 Uhr statt: am 18. Dezember, 15. Januar, 19. Februar und 19. März. Serviert werden unter anderem lebende Heuschrecken. „Spinnen gehen nicht auf die Jagd. Sie warten, bis das Futter zu ihnen kommt“, sagt Pacyna. Dies und noch viele andere Fakten erfahren die Besucher auf Schautafeln neben den Tieren. Dort wird auch mit dem Mythos aufgeräumt, die Schwarze Witwe würde nach jeder Paarung das Männchen verspeisen. Das kommt zwar vor, meistens aber kann die männliche Spinne rechtzeitig fliehen.

Für Menschen, das betont Jacek Pacyna immer wieder, sind Spinnen aber weitgehend ungefährlich. Das Nervengift der Schwarzen Witwe kann zwar Kopfschmerzen und Muskelkrämpfe verursachen, Todesfälle seien aber sehr selten. Die meisten anderen Arten seien ohnehin harmlos. Woher aber kommt dann die Angst vor Spinnen, die so viele Menschen verspüren? Pacyna glaubt, dass die Ursache oft in der Kindheit liegt – und in Horrorfilmen mit gruseligen Spinnen. „Der einzige gute Spinnen-Film ist Spiderman.“


>„Faszination Spinnen“ ist bis zum 19. März täglich außer montags von 10 bis 17 Uhr im Stadtmuseum, Friedrichstraße 9-11, zu sehen. Der Eintritt kostet 7,50 Euro (ermäßigt 5,50 Euro, Familien 20 Euro, Schulklassen drei Euro pro Schüler). Der Besuch der öffentlichen Fütterungen kostet drei Euro zusätzlich zum Eintritt.

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erstellt am 08.Dez.2016 | 07:06 Uhr

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