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Schleswig-Moltkestrasse : „Eine sanfte Erschließung ermöglicht“

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Investor stellt Pläne für Bauprojekt auf der Obstwiese an der Moltkestraße vor. Nach jahrelangem Protest jetzt Einigung mit den Anwohnern.

Der 25. April ist ein entscheidender Tag für Lutz Becker und Bruno Gudermann. Denn dann tritt die Schleswiger Ratsversammlung zusammen und kann endlich grünes Licht geben für ihr Bauprojekt – und gleichzeitig einen Schlussstrich ziehen unter eine jahrelange Diskussion.

Konkret geht es um das versteckt gelegene Areal zwischen der oberen Moltkestraße und der Gartenstraße. Auf der rund 3000 Quadratmeter großen Obstwiese soll schon seit Jahren ein Bauvorhaben realisiert werden. Anwohner legten jedoch regelmäßig Protest dagegen ein und zögerten dadurch die Planungen immer wieder hinaus. Nun aber ist Land in Sicht für Investor Becker und seinen Makler Gudermann. Nachdem sie sich mit den Nachbarn zusammengesetzt und die Pläne für das Grundstück gemeinsam überarbeitet haben, hat die Ratsversammlung Ende vergangenen Jahres bereits den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan einstimmig beschlossen. „Wenn der B-Plan jetzt endgültig rechtskräftig wird, könnte es schon bald losgehen mit den ersten Vorbereitungen. Ich hoffe, dass wir dann auch zeitnah einen Bauantrag stellen und noch in diesem Jahr mit den Arbeiten beginnen können“, sagt der Investor vom Baugeschäft Claus Becker in Nübel.

Drei baugleiche Doppel-Bungalows sollen nach seinen Plänen auf dem Grundstück entstehen. Jede der sechs Wohneinheiten wird – ebenerdig – über 90 Quadratmeter Wohnfläche verfügen. Dazu steht jeder Partei eine Grundstücksfläche von etwa 500 Quadratmetern zu. „Die Häuser sollen allesamt verkauft werden. Es gibt bereits erste Interessenten“, sagt Immobilien-Kaufmann Bruno Gudermann, der mit der Vermarktung beauftragt ist. „Die ideale Lage, mitten in der Stadt und trotzdem ruhig und im Grünen: Das kommt gut an“, ist er überzeugt. Gleichzeitig glaubt er, dass man in Zusammenarbeit mit dem städtischen Bauamt und den Nachbarn zu einer Lösung gekommen sei, die eine sanfte Erschließung des Grundstückes ermöglicht. „Hier entsteht eine kleine ruhige Wohnanlage.“

Tatsächlich sind die Pläne im Gegensatz zu den bereits vor Jahren erstmals veröffentlichten Entwürfen deutlich abgespeckt worden. Vier Mal hatten sich die Anwohner gegen Bauanträge verschiedener Investoren gewehrt. Zunächst waren auf dem Areal 14 Stadtwohnungen geplant, dann waren es zwölf und später zehn. Am Ende sind es sechs geworden.

„Damit können wir leben“, sagt dann auch Nachbar Uwe Mitransky auf Nachfrage. Er war, gemeinsam mit seiner Frau Bärbel, einer der Anwohner, die gegen die ersten, aus ihrer Sicht deutlich überdimensionierten Baupläne Protest bei der Stadt einlegten. „Es sollte ja alles anfangs viel höher gebaut werden“, sagt Mitransky. Nach langem Hin und Her habe man sich nun aber einigen können.

Die drei geplanten Häuser können somit auch künftig über die Einfahrt zwischen den Häusern Moltkestraße 45 und 47 angefahren werden. Bedenken gegen die relativ schmale Zufahrt wurden inzwischen von der Stadt zurückgewiesen. Zudem werden auf dem Grundstück eigene Parkplätze samt Carports gebaut. Auch dass einige der Obstbäume für das Bauprojekt weichen müssen, ist beschlossene Sache. „Das ist alles durch ein Naturschutzgutachten geregelt“, sagt Investor Becker. Uwe Mitransky hofft derweil, dass zumindest einige der Bäume stehen bleiben. „Ein alter Apfelbaum steht direkt an unserer Grundstücksgrenze. Ich wüsste nicht, was dagegen spricht, dass der stehen bleiben darf.“

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erstellt am 12.Apr.2016 | 09:40 Uhr

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