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Schleswiger Nachrichten

16. Dezember 2017 | 01:06 Uhr

Baltic Open Air : Eine Party fast wie in Wacken

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Mehr als 11000 Besucher beim „Baltic Open Air“ gingen auf Zeitreise. Unter anderem Saga, Slade und Torfrock heizten dem Publikum auf der Freiheit ein.

shz.de von
erstellt am 26.Aug.2013 | 00:37 Uhr

Das Baltic Open Air lockte am Wochenende mehr als 11 000 Besucher an die Schlei. Das Gelände auf der Freiheit verwandelte sich in eine Camping- und Zeltstadt – und erinnerte damit an die Festivalmetropole Wacken, allerdings im Mini-Format. Etwa 1000 Besucher rückten auf den insgesamt drei Camps in unmittelbarer Nähe zur Bühne friedlich zusammen. Und der Sound, den die Musiker auf die Bühne zauberten, hatte es in sich. Insgesamt 13 Hardrock-, Rock- und Heavymetal-Bands, darunter Saga, Slade, Helloween, Kiss Forever, Torfrock und Barock, präsentierten sich bei sommerlich warmem Wetter mit sicht- und hörbarer Spielfreude.

„Are you ready for a crazy night?“, schrie Zoltán Váry, der „Kiss-Forever“-Frontmann aus Ungarn in bester Kiss-Montur und mit Hochplateau-Stiefeln gekleidet ins Publikum. Na klar – die Schleswiger wollten eine verrückte Nacht mit Festival-Fieber erleben und antworteten prompt und jubelnd. Auch „Saga“ knüpfte mit perfektem Zusammenspiel im bombastischen Synthie-Rock an – der dann so bestechend wie in den 1980er Jahren klang. Allen voran zeigte sich ein bestens gelaunter Michael Sadler als Frontmann der kanadischen Band in jugendlich dynamischer Frische mit dem textsicheren Publikum verbunden. Das kam an. Für eine Zugabe konnte sich Sadler dann allerdings doch nicht erwärmen lassen.

Ebenfalls herzlich fiel die Begrüßung der Zuschauer von „Heino“ und seiner Band aus: Als höflicher „Paradiesvogel“ unter den vielen Rockern erntete der Musiker jede Menge Applaus. Heino freute sich über den freundlichen Zuspruch: „Guten Abend, meine Damen und Herren“. In Lederweste gekleidet und mit Totenkopfring am Finger fegte der 74-jährige Barde dann durch das rockige Repertoire seiner Musikgeschichte – von der die jüngsten Cover-Songs der Gruppe Rammstein und Co besonders gut gefielen.

Brachialer ging es bei „Völkerball“ mit lautem Rammstein-Sound und imposanten Pyro-Effekten zu: Ölverschmiert und im schwarzem Leder gekleidet, inszenierten sich die Musiker, die irgendwie an Gruben- oder Bergbauarbeitern erinnerten, düster im blauen Strahl der ausgefeilten Lichtshow. Sehenswert, auch für einen Musik-Laien des Genres „neue deutschen Härte“.

Schwarz dominierte auch die Outfits des Publikums. Und so gingen die „Baltic“-Shirts am Rande des Merchandising-Shops weg wie warme Semmeln. „Schwarz läuft am Besten“, bestätigte Verkäuferin Marion Schneider. Innerhalb von einer Stunde war dann die begehrte T-Shirt-Kurzarm-Variante ausverkauft. Ein passendes Tattoo gab es gleich nebenan. „Schriftzüge sind der Renner“, sagte Tattoo-Künstler mit Namen Robert. Rundherum des Festival- und Campingplatz Areals gab es eine Menge zu entdecken. Mittendrin in einem zwei Tonnen-Anhänger versammelte sich Grillmeister „Didi“ Detlefsen mit seinen Freunden Maike, Ann-Christin, Sven, Janne, Solveig und Michael an einem gepflegt gedeckten Tisch. Gegenüber diente das ausgediente Feuerwehr-Fahrzeug von Rolf Sörensen aus Schleswig für die Beschallung der benachbarten Männerrunde, die von ihren Ehefrauen „frei“ bekommen hatten.

Positive Rückmeldungen gab es ebenso von Seiten der Polizei sowie den zahlreichen Rettungskräften vor Ort. „Wir hatten keine besonderen Vorfälle, nur Kleinigkeiten“, bestätigte Hauptkommissarin Karen Zink.

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