Tempo-Kontrolle vor Schulen : Eine Lehrerin war am schnellsten

Das Messgerät: geeicht und leicht zu bedienen. Foto: Jennert
1 von 4
Das Messgerät: geeicht und leicht zu bedienen. Foto: Jennert

52 Stundenkilometer in der 30er-Zone: Die schnellste Fahrerin vor einer Schule in Schleswig war eine Lehrerin. Das Polizei-Bezirksrevier Schleswig kontrolliert verstärkt vor Schulen.

Avatar_shz von
19. August 2011, 12:14 Uhr

Schleswig | Mehr als 120 Abc-Schützen werden in dieser Woche in Schleswig eingeschult. Das nimmt die Polizei zum Anlass, um Autofahrer zu vorsichtigem Fahren zu ermahnen. Und da Vertrauen zwar gut, Kontrolle aber besser ist, hat das Polizei-Bezirksrevier 14 Beamte dafür abgestellt, vor den Schulen und Kindergärten im Kreisgebiet etwaige Raser zu stoppen. Die sich über mehrere Tage erstreckende Aktion begann am Mittwoch mit einer Überraschung. Die Tempo-Sünderin mit der höchsten gemessenen Tagesgeschwindigkeit wurde vor der Dannewerk-Gemeinschaftsschule angehalten: Es handelte sich um eine Lehrerin.
52 Kilometer pro Stunde zeigte das geeichte Messgerät an, mit dem der Wagen der Frau ins Visier genommen worden war. Auf dem "ungeeichten" Tacho der Lehrerin dürfte die Nadel sogar Tempo 60 angezeigt haben, vermuteten die Polizisten. Im Gebiet Erikstraße, in dem sich die Dannewerk-Gemeinschaftsschule befindet, gilt Tempo 30. Die Quittung: 80 Euro Strafe, ein Punkt in Flensburg.
Insgesamt sehr diszipliniert
Allerdings: Solche Ausreißer gab es gestern selten. Insgesamt verhielten sich die Autofahrer vor der Dannewerk-Schule, der Bugenhagenschule und der Wilhelminenschule diszipliniert, einige allerdings waren auf die Kontrollen hingewiesen worden, zum Beispiel in der Lutherstraße (Tempo-30-Zone). Kaum hatten die Beamten ihr Messgerät aufgebaut, fuhr ein Taxifahrer mit einer Geschwindigkeit von 44 Kilometern pro Stunde durch die Kontrollstelle. Während die Beamten seine Personalien aufnahmen, warnte er über Funk seine Kollegen.
Der Polizei stehen für die mehrtägige Kontrolle verschiedene Geräte zur Verfügung. Neben Radargeräten werden Lasermessgeräte verwendet. Die einfache Bedienung erleichtert es den Beamten, den Standort schnell zu wechseln. Einsatzleiter Oliver Löbel: "Das Gerät sendet in einer halben Sekunde 50 Laserimpulse aus. Das reicht für eine exakte Messung." Wer zu schnell fuhr, wurde sofort angehalten. Löbel: "Die meisten Autofahrer sind einsichtig, wenn wir sie mit ihrem Fehlverhalten konfrontieren."
Viel Lob wurde den Polizisten von Passanten zuteil. "Gut, dass Ihr vor der Schule kontrolliert, hier wird oft gerast", sagte ein Anwohner. So viel Anerkennung gibt es nicht immer, wie die Beamten berichten: "Manche sagen, wir sollten doch lieber Terroristen fangen."
(dj, shz)

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen