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Schleswiger Nachrichten

14. Dezember 2017 | 22:20 Uhr

Eine Kita in Bewegung

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Evangelische Kindertagesstätte Kleinsolt wird von der Sportjugend zertifiziert / Viel Zeit zum Turnen und Klettern

von
erstellt am 31.Aug.2014 | 14:08 Uhr

Abholzeit in der evangelischen Kindertagesstätte in Kleinsolt: Lina (4) balanciert auf dem Tisch im Gruppenraum, Marvin klettert an einer Stange und schwebt kunstvoll fast unter der Decke. „Dürfen die das denn?“, fragt eine besorgte Mutter, die gerade hereinkommt. „Ja, das sollen sie sogar!“, erklärt die Gruppenleiterin und stellvertretende Kita-Leiterin Jessica Tyborski, „denn Bewegung macht die Kinder stark“. Auf dem Sommerfest am Sonnabend ist die Einrichtung dementsprechend ausgezeichnet worden. Ab sofort darf sie die Bezeichnung „anerkannter Bewegungskindergarten Schleswig-Holstein“ tragen – eine Auszeichnung für Kitas, die mit besonderem Engagement und viel Qualität Bewegungsangebote für Kinder schaffen und diese zu viel Bewegung motivieren.

Vier Jahre hat sich die Kita Kleinsolt darauf vorbereitet, um als 13. Kindergarten in Schleswig-Holstein das Siegel der Sportjugend entgegenzunehmen: Für jede der acht Kita-Gruppen ist ein Team-Mitglied zur qualifizierten und lizenzierten Bewegungs-Fachkraft ausgebildet worden, die Mitarbeiterinnen haben Prüfungen abgelegt und „bewegte Elternabende“ eingeführt. Außerdem sind die Gruppenräume unter pädagogischen Gesichtspunkten gezielt in bewegungsfreundliche Räume umgestaltet worden: zum Beispiel mit verschiedensten Schaumstoffelementen in jeder Gruppe, Matten zum Springen, einem Korkenbad und einem Schaukelflur.

Die Bewegung, die stets altersgerecht und sicher gestaltet wird, ist in der Kita schnell zur Selbstverständlichkeit geworden. Jessica Tyborski sagt: „Die Veränderungen bei den Kindern sind schon jetzt sichtbar. Sie bewegen sich deutlich mehr, werden sicherer in allen Abläufen, ihr Selbstvertrauen steigt – und sie werden fitter.“ Und lachend fügt sie hinzu: „Wir Erzieherinnen übrigens auch, denn wir sind als Vorbilder auch immer aktiv unterwegs. Außerdem fordern die Kinder ihre Bewegungseinheiten bereits jetzt ein.“

Die Höhepunkte für die Kleinen: Die festen Turnzeiten mit Bewegungsspielen, in denen sie gezielt Rollen, Rutschen oder Robben üben, und ihre „Bewegungsbaustelle“ auf dem riesigen Außengelände, die täglich für eine Gruppe geöffnet wird. In einem Bauwagen finden die Kinder Rohre, Leitern, Autoreifen und weiteres Material, um einen Parcours zu bauen, zu klettern und zu experimentieren. Ein weiterer Vorteil ist, dass Spiele dieser Art die aktive Zusammenarbeit fördern. „Kooperation steht im Mittelpunkt, die Großen helfen den Kleinen“, sagt Tyborski.

Aber nicht nur für die Kinder bedeutet Bewegung immer auch Entwicklung, sondern auch für die Kita selbst: Mit dem Zertifikat verpflichtet sie sich, auch künftig Mitarbeiterinnen zu Übungsleiterinnen und zu psychomotorischen Fachkräften auszubilden und jährlich mindestens eine Bewegungsfortbildung für das gesamte Team zu organisieren.

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