Neue Pastorin in Nübel : „Eine Idealbesetzung“

Pastorin Dorothee Svarer vor der Nübeler Marienkirche.
Pastorin Dorothee Svarer vor der Nübeler Marienkirche.

Dorothee Svarer wurde in ihr Amt als Gemeindepastorin von Nübel und Neuberend eingeführt.

shz.de von
18. Juni 2018, 07:00 Uhr

Durch Zufall habe sie im Februar davon erfahren, dass in Nübel eine halbe Pastorenstelle frei sei, erzählt Dorothee Svarer: „Das hat mich sofort angesprochen.“ Daher sei sie spontan vom Landeskirchenamt losgefahren und habe sich einen ersten Eindruck von der Gemeinde gemacht. Gestern wurde sie mit einem Gottesdienst in der vollen Marienkirche in ihr neues Amt als Gemeindepastorin von Nübel und Neuberend eingeführt.

Seitdem ihr Vorgänger Lars Olaf Aue vor fast genau einem Jahr Nübel in Richtung Südfrankreich verlassen hatte, war die Pastorenstelle verwaist. In dieser Zeit war der Kirchengemeinderat mit vielen ehrenamtlichen Helfern eingesprungen, um die Arbeit am Laufen zu halten.

„Wir sind keine pastorenzentrierte Gemeinde, in der alles zusammenbricht, wenn der Pastor weg ist“, betonte Jan Holger Stock, Vorsitzender des Kirchengemeinderats. Die Ehrenämtler hätten alle sehr viel investiert, „doch ein Hauptamt zu ersetzen, das geht auf Dauer nicht“, fuhr er fort. Daher hätten sie das ganze Jahr über daran gearbeitet, die Stelle wiederzubesetzen, um die Kirchengemeinde am Leben zu halten.

Bei ihrem ersten Besuch in Nübel „habe ich jemanden vom Kirchenvorstand getroffen“, erzählte die 57-jährige Pastorin. Aufgeschlossen und fröhlich habe sie ihr die Kirche gezeigt und von der Gemeindearbeit erzählt. Der erste Eindruck sei positiv gewesen. „Die Kirchengemeinde ist lebendig und offen“, zeigte sie sich beeindruckt von der ehrenamtlichen Arbeit.

Nachdem sich beide Seiten zusammengesetzt hatten, stand schnell fest: „Sie ist eine Idealbesetzung und passt gut zu uns“, berichtet Jan Holger Stock. Daraufhin hätten die Verantwortlichen den Bischof gebeten, das Besetzungsverfahren zu verkürzen, sodass Dorothee Svarer innerhalb von nur vier Monaten die Stelle antreten konnte. Man habe ein gutes Fundament, meinte Stock, aber die Gemeindemitglieder „werden gefordert bleiben, um die Gemeinde zu erhalten“.

Bevor Dorothee Svarer nach Nübel kam, hat sie ein Jahr als Vertretungspastorin gearbeitet. Auf diese Weise habe sie sich neu orientieren und feststellen wollen, ob sie nach 13 Jahren Arbeit als Seelsorgerin im Flensburger St. Franziskus-Hospital wirklich wieder Gemeindepastorin werden wolle. Mit der Stelle in Nübel kehre sie nach Angeln zurück, freute sie sich: „Ich habe mein Vikariat in Sörup gemacht.“

Die gebürtige Niedersächsin ist verheiratet, hat einen erwachsenen Sohn und lebt in Harrislee. Dort werde sie wohnen bleiben, erklärte sie. Sie habe bereits viele Wege nach Nübel erkundet – „die schnellsten und die schönsten“, sagte sie und ergänzte: „Ich fahre gerne Cabrio.“

Neben ihrer Arbeit in Nübel wird Dorothee Svarer Teil des Pastorenteams, das in der Region „Angeln-Süd“ die sieben Kirchengemeinden mit rund 7600 Mitgliedern betreuen wird.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen