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Treia und Silberstedt : Eine historische Verbindung

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Gemeinden weihen neue Brücke über die Treene ein und teilen sich die Kosten von 190 000 Euro.

„Brücken sind keine Einbahnstraßen, sondern ein Symbol dafür, dass Menschen zusammenkommen“, begann Pastor Thomas Petersen gestern Vormittag seine Andacht. Dabei stand er, gemeinsam mit seinen neuen Konfirmandinnen und Konfirmanden, auf der Brücke, die seit dem 30. März dieses Jahres wieder die Gemeinden Treia und Silberstedt miteinander verbindet. Sie hatten im Konfirmationsunterricht über das Thema „Brücken“ gesprochen und trugen ihre Gedanken während der Andacht den rund 150 Gästen aus beiden Gemeinden vor. Im Anschluss eröffneten Treias Bürgermeister Johann Nissen und sein Silberstedter Amtskollege Peter Johannsen offiziell die neue Brücke – und durchschnitten, wie es sich gehört, ein rotes Band.

Die historische Verbindung zwischen Silberstedt und Treia hat eine lange Tradition. Früher, als die Kühe noch auf den Weiden und nicht im vollautomatischen Melkstand gemolken wurden, gab es an dieser Stelle bereits einen schmalen Holzsteg. „Darüber trugen wir die schweren Milchkannen“, erinnert sich Inge Schnack, die seinerzeit selbst zum Melken über den Steg gehen musste. Im Zuge der Treenebegradigung in den 70er Jahren wurde eine Brücke gebaut, die die beiden Ortsteile, Goosholz auf Treianer und Holm auf Silberstedter Seite, miteinander verband. „Damals verwendeten die Bauherren ‚bauseitig vorhandene Bestände‘, wie es in alten Unterlagen zu lesen ist“, weiß Johann Nissen. Diese Brücke musste 2014 aus Sicherheitsgründen gesperrt werden – ein Statiker hatte erhebliche Mängel an der Eisenkonstruktion festgestellt. Die Träger waren korrodiert, das Holz verrottet und schnell war klar, dass die Brücke mit Reparaturen nicht mehr zu retten war.

Nach den ersten Überlegungen zum Neubau der Brücke wurde auch die Frage nach ihrer Notwendigkeit laut. „Wir haben hier ein wunderschönes Naherholungsgebiet“, erklärt Johann Nissen, „mehrere überregionale Wander- und Radwanderweg verlaufen über diese Brücke. Sie ist touristisch einfach wichtig für das Binnenland. Wir brauchen sie und deshalb haben wir uns auch für sie eingesetzt.“ Peter Johannsen betonte ebenfalls die Bedeutung der neuen Brücke für beide Gemeinden. „Treia und Silberstadt haben insgesamt sehr viel Gemeinsames. Wir wohnen nah zusammen, haben gemeinsame Schulen, viele Freunde, Verwandte, Bekannte und Geschäftsverbindungen. Das ist der Kitt in unserer Region.“

Auch die nicht unerheblichen Baukosten stemmen die Gemeinden zu gleichen Teilen. Sie belaufen sich abzüglich der 50  000 Euro Zuschuss der Aktivregion Eider-Treene-Sorge auf rund 190  000 Euro. Davon trägt jede Gemeinde 95  000 Euro.

Die neue Brücke ruht auf mehreren Pfahlgründungen und zwei Betonfundamenten. Aus statischen Gründen ist sie relativ stark gebogen, damit sie die 18 Meter von einem Brückenpfeiler zum anderen auch stabil trägt. Insgesamt hat sie eine Länge von 34 Metern und ist zwei Meter breit. Von der Planung bis zur Umsetzung der Baumaßnahme sind am Projekt Treenebrücke übrigens ausschließlich Firmen aus der Region beauftragt worden. „Wir alle hoffen“, schloss Johann Nissen seine Ansprache, „dass die neue Goosholzer Brücke viele Jahre Bestand haben möge.“

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