Halteverbot in der Knud-Laward-Straße : „Eine halbherzige Lösung“

Noch hat offenbar nicht jeder Autofahrer entdeckt, dass an der Knud-Laward-Straße neue Halteverbotsschilder stehen.
Noch hat offenbar nicht jeder Autofahrer entdeckt, dass an der Knud-Laward-Straße neue Halteverbotsschilder stehen.

Anwohner sind skeptisch – und sauer: Neue Halteverbotsschilder sollen das Verkehrschaos an der Schleswiger Knud-Laward-Straße lösen.

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18. Januar 2018, 07:30 Uhr

Plötzlich waren sie da. Neue Halteverbotsschilder, die vor wenigen Tagen angebracht wurden, sollen offenbar das tagtägliche Verkehrschaos an der Knud-Laward-Straße beseitigen. Zum einen können dadurch nun zwischen Stadthafen und Holm deutlich weniger Autos auf der Straße parken als bislang. Gleichzeitig darf man jetzt nicht mehr stadteinwärts seinen Wagen in der Kurve (Höhe Holm) abstellen. Mit diesen Maßnahmen, so erklärt Rathaus-Sprecher Eric Gehrke auf Nachfrage, wolle die Stadt in der Knud-Laward-Straße „einen flüssigeren Durchlass gewährleisten“ und gleichzeitig weiter die Verkehrssicherheit garantieren.

Denn das ist eines der Hauptprobleme: Dadurch, dass auf der Seite zur Schlei hin Autos parken dürfen, ist auf einem großen Teil der Straße ein Begegnungsverkehr unmöglich. So kommt es immer wieder zu Staus – und auch zu gefährlichen Situationen. Denn sowohl Auto- als auch Radfahrer versuchen, sich zwischen den parkenden Wagen hindurchzuschlängeln. Oder: Die Fahrradfahrer nutzen zur eigenen Sicherheit den Gehweg. Dabei allerdings kommen sie nicht selten den Fußgängern in die Quere. Und damit nicht genug: Auch an die Tempo-30-Beschränkung, die in einem Großteil der Straße gilt, hält sich längst nicht jeder Autofahrer.

Verschärft hat sich die Situation, seitdem auf der Freiheit immer mehr Menschen leben. Hinzu kommen die vielen Schüler der A.P-Møller-Schule, die morgens und mittags über die Knud-Laward-Straße radeln. In den vergangenen Monaten hatten sich deshalb vermehrt Anwohner bei der Stadt beschwert und sich in Ausschüssen und der Ratsversammlung zu Wort gemeldet. Da dabei von ihrer Seite eine ganze Fülle von Vorschlägen für eine Lösung des Problems kamen, erklärte die Verwaltung schließlich, dass man die Ideen der Bürger sammeln und dann gemeinsam mit ihnen zu einem Ergebnis kommen wolle. Das hatte Bürgermeister Arthur Christiansen zuletzt in der Ratsversammlung Mitte November betont, als viele Anwohner ihren Ärger über die Situation in der Straße vorgetragen hatten.

„Uns hat aber niemand Bescheid gesagt. Die Schilder waren einfach da. Das finde ich unerhört“, sagt Peter Finger, der auf der Freiheit wohnt. Es habe so viele gute Lösungsansätze für die Knud-Laward-Straße gegeben. „Es war von einem Fahrradstreifen die Rede und von einem vollständigen Parkverbot, aber das scheint ja alles nicht wichtig zu sein.“ Auch CDU-Ratsfrau Susanne Ross, die auf dem Holm wohnt und in der Sache zuletzt eine offizielle Anfrage an den Bürgermeister gestellt hatte, wundert sich. „Ich finde diese Lösung mit dem verkürzten Parkstreifen halbherzig. Gerade für die Radfahrer ändert sich ja kaum etwas“, sagt sie und macht gleichzeitig auf ein anderes Problem aufmerksam: „Jetzt haben wir ja noch weniger Parkplätze in der Altstadt als vorher.“ Ihr Vorschlag, dass man den breiten Gehweg an der Schleiseite verengt, um dort einen Parkstreifen anzulegen, der dann einen Begegnungsverkehr ermögliche, sei offenbar vom Tisch.

Das will Stadtsprecher Gehrke noch nicht bestätigen, verweist aber darauf, dass der Bauausschuss sich dagegen ausgesprochen habe, den Gehweg zu verschmälern. Dennoch sagt er auch, dass man weitere Optionen zur Verbesserung der Situation in der Knud-Laward-Straße prüfe. Zudem würde man im Rathaus weiter daran arbeiten, zusätzliche Parkplätze im Bereich Altstadt/Hafen zu schaffen. Was die neuen Halteverbotsschilder angeht, wolle man in den kommenden Monaten erst einmal beobachten, ob die Maßnahme Erfolg habe.

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