Schleswiger Werkstätten : Eine bunte Palette an Deko-Artikeln

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Die kleine Ina ist mit ihrer Oma gekommen – und ist fasziniert vom glitzernden Weihnachtsschmuck.
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Die kleine Ina ist mit ihrer Oma gekommen – und ist fasziniert vom glitzernden Weihnachtsschmuck.

Vorweihnachtliches Treiben bei den Schleswiger Werkstätten. Die Besucher schätzen den freundlichen Umgang.

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25. November 2018, 16:48 Uhr

Schleswig | Es ist ordentlich was los bei den Schleswiger Werkstätten. Menschen drängen sich am Sonnabend schon mittags auf dem Vorplatz des Hauptgebäudes. Dort wird am Tag der offenen Tür an Zeltständen präsentiert, was die rund 700 Mitarbeiter herstellen. Besonders begehrt ist dieses Mal die Weihnachtsdeko. An Speisen und Getränken mangelt es nicht. Wer möchte, kann sich wahlweise an einem Schwedenfeuer oder in einem beheizten Zelt aufwärmen. Auch im Gebäude herrscht reges Treiben. Dabei gibt es nicht nur eine große Breite an Produkten zu kaufen, es wird auch gelungene Inklusion gelebt. Denn hier wird tatsächlich nicht unterschieden zwischen Menschen mit und ohne Behinderung.

An einem der vielen Stände steht Swantje Dippel und verkauft ihre verzierten Einmachgläser, die nun als Teelichter dienen. Im Schleiwerk stellt Dippel sie in liebevoller Handarbeit her. Der Jahreszeit entsprechend sind die Motive Schneeflocken, Sterne oder Rentiere. „So etwas kommt jetzt gut an. Auf Wunsch sind aber alle möglichen Motive denkbar, auch Schriftzüge“, erzählt Dippel. Ein paar Meter weiter haben die Kollegen von der Außenstelle Sylt ihren Stand aufgebaut. Dort gibt es Konfitüre, Kerzen und Müsli aus eigener Herstellung. Kunsthandwerkliches hat auch Christophe Hess anzubieten. Er arbeitet in der Tagesförderstätte und leitet dort Projekte in Kleingruppen. „Es gibt überhaupt keinen Druck. Jeder arbeitet nach seinen eigenen Fähigkeiten. Jeder kann neue Sachen ausprobieren und handwerklich dazu lernen“, sagt Hess. Herausgekommen ist eine bunte Palette an Deko-Artikeln. Darunter sind Kerzenleuchter, Servietten und Tischschmuck.

Rasen mähen, Gartenpflege und die Herstellung von Kaminholz sind das tägliche Geschäft von Daniela Westereek und ihren Kolleginnen. Im Moment sind es aber vor allem Gestecke mit viel Tannengrün und etwas Glitzerndem darin, die sie ihren Kunden verkaufen. Hergestellt haben sie die in der Baumschule in Westerakeby. Es ist auch der freundliche Umgang, den viele Besucher von außerhalb der Werkstätten hier schätzen. „Wir waren früher auch schon oft hier. Ich mag die Atmosphäre“, sagt Bärbel Nanz, die mit ihrer kleinen Enkelin Ina gekommen ist. Sie stöbern eine Weile und entscheiden sich dann für einen Satz knallroter Teelichter in Holzrahmen. Weihnachten kann also kommen.

„Wir ermöglichen hier echte Teilhabe in der Arbeitsgesellschaft“, sagt Nils Rabuska, Gruppenleiter für berufliche Bildung. Der Zusammenhalt in den Werkstätten sei dabei besonders wichtig. „Es entstehen Freundschaften, und einige Mitarbeiter finden hier auch so etwas wie eine Familie“, erklärt Rabuska. Wichtig ist ihm und seinen Kollegen, dass jeder in einen festen Arbeitsbereich vermittelt werden kann. Langfristig sei es sogar immer öfter möglich, auch außerhalb der Werkstätten Beschäftigungen für behinderte Menschen zu finden. Von deren Fähigkeiten und Qualitäten können sich Besucher schließlich immer wieder überzeugen.

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