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Lindaunis : Eine Brücke mit immer neuen Wehwehchen

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Sie klappte schon wieder nicht: Am Wochenende versagte an der Schleibrücke in Lindaunis ein Hydraulik-Zylinder.

Wenn es eine 91-jährige Dame im Kreuz hat, und sie deshalb morgens nicht aufstehen kann, wundert das keinen. Und wenn die Beschwerden am nächsten Tag an einer anderen Stelle auftreten, sieht jeder ein, dass sie auch an diesem Tag ihren Pflichten gegenüber der Umgebung kaum nachkommen kann.

Ähnlich geht es im Moment der Schleibrücke in Lindaunis. An dem 1924 mit dem Höchststand der damaligen Ingenieurkunst konstruierten Bauwerk treten ständig Wehwehchen an unterschiedlichen Stellen auf. War es am vergangenen Dienstag ein Rollenlager, das nicht einrasten konnte (wir berichteten), versagte am Sonnabend einer der Hydraulikzylinder, deren Kraft die Brücke hebt und senkt. Ab 10 Uhr konnte die Brücke wieder einmal nicht für den Schiffsverkehr geöffnet werden.

„Die Mitnehmerstange des Hydraulikzylinders verkeilte sich in einer Buchse“, erklärte Notfallmanager Richard Richardsen von der Bahn. Dadurch fehlte der Steuerung ein elektrisches Signal, und als Folge davon sei eine Halteschraube gerissen.

Nachdem die Stange neu justiert und die Schrauben ersetzt waren, wurde um 16 Uhr eine Probeklappung der Brücke mit halber Öffnung vorgenommen. Ab 16.45 Uhr lief die Brückenöffnung für den Schiffsverkehr wieder turnusmäßig.

Kurz vor der Öffnung erfolgte eine rege Kommunikation zwischen den Seglern und den Bahnmitarbeitern. Die verlief ungefähr so: „Geht die Brücke auf?“ – „Gleich!“ – „Und morgen geht sie auch wieder auf?“ – „Mit viel Glück!“ Der zweite Teil dieses Dialogs wiederholte sich während der Durchfahrt der Boote vielfach in ähnlicher Form. Und ebenso oft wurde die Sehnsucht nach einer neuen Brücke artikuliert, deren Fertigstellung letzten Meldungen zufolge für 2018 geplant ist.

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