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Aktivregion sagt Förderung zu : Ein Zentrum für kluge Köpfe

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Stiftung Louisenlund will eine „Forscherwelt“ für Mathe und Naturwissenschaften im Grundschulalter aufbauen.

von
erstellt am 11.Dez.2015 | 18:46 Uhr

Neuland will Peter Rösner betreten. Und dafür bekam er am Donnerstagabend Rückendeckung. Der Schulleiter der Stiftung Louisenlund hatte in der ehemaligen Schlossküche von Schloss Gottorf seine Vision eines Kompetenzzentrums für Mathematik und Naturwissenschaften in der Grundschule vorgestellt und den Vorstand der LAG Aktivregion Schlei-Ostsee überzeugt. Sie erteilten seinem Antrag den Zuschlag, so dass Rösner mit 69  000 Euro Fördermitteln für den ersten Schritt – die Machbarkeitsstudie – rechnen kann.

Sein Ziel ist ehrgeizig: Nachdem das Internat gerade eine Grundschule mit naturwissenschaftlicher Ausrichtung eröffnet hat, plant der Schulleiter nun, den Mint-Bereich (Mint = Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) zu einem Kompetenzzentrum auszubauen und für die Grundschulen der ganzen Region als „Forscherwelt“ zu öffnen. Dabei hat er nicht nur im Sinn, kleine Tüftler im Grundschulalter gezielt zu fördern. Das Angebot richtet sich auch an Lehrer, die sich für das „forschende Lernen“ interessieren und weiterbilden möchten. „Wenn wir ein Kompetenzzentrum aufbauen, wo man mit Grundschulkindern forschen kann, warum sollen wir uns damit nicht öffnen?“

Das Besondere: Lehrer sollen in dem neuen Kompetenzzentrum quasi am lebenden Objekt lernen – an den Schülern. Dabei sei es durchaus denkbar, dass sie ihre eigene Grundschulklasse mitbringen, sagt Rösner. Das allerdings hätte den Nachteil, dass die Kinder den Lehrer kennen und sich möglicherweise wundern, wenn dieser plötzlich vollkommen ungewohnten Unterricht machte. Deshalb könne er sich sehr gut vorstellen, dass den Lehrern die Louisenlunder Grundschulkinder als Paten zur Seite gestellt werden. Das hätte zwar den Nachteil, dass der Lehrer die Kinder nicht kenne. „Dafür kann der sich aber ausprobieren und aus seiner bisherigen Rolle ausbrechen“, sagt Rösner. Einen vergleichbaren pädagogischen Ansatz gibt es nach Aussage Rösners in ganz Deutschland bislang noch nicht. Eine „Bildungsinnovation aus Schleswig-Holstein“ – das kam beim Vorstand der LAG Aktivregion gut an.

„Forschendes Lernen“ – das ist das Leitmotiv der naturwissenschaftlich ausgerichteten Grundschule der Stiftung. Und es soll es auch Richtschnur für das Mint-Kompetenzzentrum werden. Dabei wird das pädagogische Konzept nicht nur von den Ansätzen des Reformpädagogen und Schulmitbegründers Kurt Hahn („Gebt den Kindern Gelegenheit, sich selbst zu entdecken. Übt die Phantasie.“) geleitet. Es fließt auch ein gutes Stück Montessori-Pädagogik mit ein und wird schließlich durch neue Erkenntnisse der modernen Lernforschung ergänzt. In kurzen Worten: Die Kinder werden angeregt, neugierig zu sein, Fragen zu stellen und selbst nach Antworten zu forschen. Die Lehrer stehen ihnen als Lernbegleiter zur Seite und nicht als reine Wissensvermittler – „fast auf Augenhöhe“, sagt Rösner.

Der gelernte Physiker war vor seiner Zeit als Schulleiter in Louisenlund sechs Jahre lang Geschäftsführer der Berliner Stiftung „Haus der kleinen Forscher“, die sich bundesweit und unter Einbeziehung renommierter Wissenschaftler für die naturwissenschaftliche Bildung in der frühkindlichen Erziehung stark macht.

Die Machbarkeitsstudie, die insgesamt 185  000 Euro kosten wird, soll die Realisierungschancen klären. „Ich würde mir viele Partnerschulen in der Schleiregion wünschen“, betont Rösner, aber ob bei diesen, Eltern und Schülern grundsätzlich Interesse an einer solchen Zusammenarbeit besteht, muss erst einmal erkundet werden. Wie viel Personal wird benötigt? Welche Ausstattung ist erforderlich? Wie viele Räume in welcher Größe sind notwendig? Wie viel kostet es? Und wie lassen sich verschiedene pädagogische Konzepte zu einem Gesamtkonzept für die außerschulische Bildung, den Betrieb des Kompetenzzentrums, Kinder-Uni und andere Bausteine verschmelzen? All diese Fragen gilt es ebenfalls zu klären. „Wir wollen unsere Ideen zu Ende denken“, erklärte Rösner bei der Kurzvorstellung des Projektes, „damit wird genau wissen, was realisierbar ist und was nicht“.

Weitere Anträge wurden vom LAG-Vorstand positiv beschieden:

>„Klasse Aktion“ II: Ziel des Programms, das bereits unter Federführung der Stadt Schleswig anlief, ist es, die kulturellen Angebote von Kultureinrichtungen in der Region zu vernetzen und die pädagogischen Angebote für Schulen zu vermarkten (www.klasse-aktion.de). Beantragte Förderung: 79  000 Euro.

> Neugestaltung der Erlebnisausstellung zur Bibel des Bibelzentrums im Schleswiger St.-Johannis-Kloster. Projektträger ist die evangelische Kirche, beantragte Fördersumme: 53  000 Euro.

>Willkommensschilder für die Gästeführung in der Region Schlei-Ostsee, Projektträger Stadt Kappeln, beantragte Summe: 30  400 Euro.

>Strandreinigungsgerät für das Amt Geltinger Bucht („Es wird langsam Zeit für Strandgenuss“), beantragte Fördersumme: 48  500 Euro. 

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