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Gedenken an die Schlacht von Idstedt : Ein Zeichen von Vertrauen

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Beim Gedenken an die Opfer der Schlacht von Idstedt mahnt der dänische Generalkonsul Henrik Becker-Christensen zur Pflege des Miteinanders.

Henrik Becker-Christensen hat sich als „unermüdlicher Vermittler zwischen Deutschland und Dänemark eingebracht“, wie es Kreispräsident Ulrich Brüggemeier formulierte. Und so passte es, dass der dänische Generalkonsul wenige Wochen vor dem Ende seiner 19 Jahre dauernden Amtszeit am gestrigen Idstedt-Tag die Gedenkrede hielt.

Becker-Christensen erinnerte an die Schlacht bei Idstedt vor 167 Jahren, bei der sich 37  000 dänische und 26  000 schleswig-holsteinische Soldaten gegenüberstanden und die insgesamt rund 1400 Tote sowie 3250 Verwundete forderte. Die Zahlen zeigten, „wie schlimm es kommen kann, wenn jede Seite auf ihr vermeintlich historisches Recht pocht“, sagte er. Der Generalkonsul skizzierte die schwierige deutsch-dänische Geschichte, die erst 1955 mit der Bonn-Kopenhagener Erklärung einen Wendepunkt erfahren habe. Heute pflege man eine gemeinsame demokratische Wertegrundlage. „Außenpolitisch sind beide Länder sehr enge Partner“, betonte er. Vor allem die Menschen im Grenzland trügen gemeinsam die Verantwortung für den Erhalt des guten Miteinanders. „Aber eine gute Nachbarschaft will gepflegt werden.“ So könne es jederzeit nationalistische Äußerungen geben, die das Verhältnis störten, warnte Becker-Christensen.

Henrik Becker-Christensen, scheidender dänischer Generalkonsul, bei seiner Gedenkrede in der Gaststätte „Zur alten Schule“.
Henrik Becker-Christensen, scheidender dänischer Generalkonsul, bei seiner Gedenkrede in der Gaststätte „Zur alten Schule“.
 

Der Generalkonsul hob hervor, dass beide Seiten den Idstedt-Gedenktag seit dem Jahr 2000 gemeinsam begingen. Das Gleiche gelte für den Oeversee-Marsch am 6. Februar, mit dem an den Deutsch-Dänischen Krieg von 1864 gedacht wird und bei dem seit 2004 ebenfalls Vertreter aus dem Königreich vertreten sind. Entsprechend legten gestern am Denkmal in Idstedtkirche nicht nur Vertreter der Idstedt-Stiftung und der Bundeswehr einen Kranz nieder, sondern auch ein Abgesandter des dänischen Verteidigungsministeriums.

Auch habe sich 1998, als er das Amt des Generalkonsuls angetreten habe, niemand vorstellen könne, dass der Idstedt-Löwe einst an seinen ursprünglichen Standort zurückkehren würde, sagte Becker-Christensen. Das Monument, zur Erinnerung an den Sieg der dänischen Truppen über die aufständischen Schleswig-Holsteiner in der Schlacht bei Idstedt geschaffen, hat seit 2011 nach hitziger politischer Debatte wieder seinen Platz auf dem Alten Friedhof in Flensburg. „Als Zeichen von Freundschaft und Vertrauen zwischen Dänen und Deutschen“ steht in der neuen Inschrift des Löwen – Becker-Christensen hatte genau diesen Satz für den Titel seines gestrigen Vortrags gewählt.

Das Gedenken an eines der wichtigsten Kapitel der schleswig-holsteinischen Landesgeschichte zu bewahren, das hat sich die Idstedt-Stiftung zur Aufgabe gemacht. Doch um die eigene Gedächtnishalle ist es alles andere als gut bestellt. Weniger als 700 Besucher im Jahr haben das kleine Museum in Idstedtkirche zuletzt besucht. Kreispräsident Brüggemeier, zugleich Vorsitzender des Stiftungsrates, wies auf die Machtbarkeitsstudie hin, mit der ermittelt werden soll, ob die Gedächtnishalle noch eine Zukunft hat. Zugleich zitierte er den Koalitionsvertrag der neuen Landesregierung, in dem die Idstedt-Stiftung unter der Rubrik „Orte der Landesgeschichte“ Erwähnung findet. An den anwesenden Minderheitenbeauftragten der Regierung, Johannes Callsen (CDU), appellierte Brüggemeier, sich für die Interessen der Stiftung stark zu machen.

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erstellt am 26.Jul.2017 | 11:50 Uhr

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