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Friedrichsberg : Ein „Weltraum“ in der Bugenhagenschule

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Grundschule im Friedrichsberg richtet in Zusammenarbeit mit den Landesmuseen eine Lernwerkstatt für Kunst und Naturwissenschaften ein.

Was für Herzog Friedrich III. (1597-1659) seine „Wunderkammer“ auf Schloss Gottorf war, ist für die Schüler der Bugenhagenschule ihr „Weltraum“: Ein Ort, wo sie nach Herzenslust Materialien und Werkzeuge aus Kultur- und Naturwissenschaften erforschen können. Die Verbindung zum Schloss ist dabei kein Zufall, denn die Stiftung der Schleswig-Holsteinischen Landesmuseen hat die pädagogische Lernwerkstatt gemeinsam mit der Schule ins Leben gerufen.

„Einen Kooperationspartner zu finden, war die Bedingung bei der Bewerbung um die Einrichtung eines Weltraums“, erklärt Christoph Kose von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, die das Projekt mit 8500 Euro finanziert hat. Nach ihrer „Last-Minute-Bewerbung“ im Dezember 2012 erhielt die Bugenhagenschule als eine von 13 Schulen aus über 20 Bewerbern den Zuschlag – und hat nun den einzigen „Weltraum“ in ganz Schleswig-Holstein. „Das macht uns ganz stolz“, sagt Rektorin Maike Rickertsen, die zudem betont, dass die Zusammenarbeit mit dem Schloss einmalig sei: „Die meisten anderen Schulen kooperieren mit Kindertagesstätten.“

Im Landesmuseum wurde die Idee des „Weltraums“ als Chance gesehen, die herzogliche Wunderkammer – die einst durch Verlagerung nach Kopenhagen verloren gegangen war – an anderer Stelle wieder aufleben zu lassen, sagt Steffi Kuthe von der Abteilung Bildung und Vermittlung. Zwar sei man davon etwas abgekommen, doch dank des Engagements auf beiden Seiten sei man zusammengewachsen – und das Projekt hat eine Eigendynamik entwickelt, die gerade erst am Anfang steht. Dies zeigt sich an den 70 Stationen, die sich inhaltlich in die drei Bereiche Kunst und Kultur, Naturalien sowie Mathematik unterteilen und oft einen Bezug zu Schloss Gottorf haben. So können die Kinder in Anlehnung an die urgeschichtliche Höhlenmalerei mit Farbpigmenten experimentieren. Darüber hinaus seien auch Führungen im Schloss denkbar, „wo die Kinder Dinge wieder entdecken, die sie von hier schon kennen“, meint Kuthe.

Doch auch die Schule hat ihren Teil in die Lernwerkstatt eingebracht. So finden sich im „Weltraum“ Modelle menschlicher Organe, die Überbleibsel „aus dem ehemaligen Hauptschulbereich“, wie Lehrerin Christiane Zeitz-Balduhn erklärt. Besonders beliebt bei älteren Kindern sind Geschicklichkeitsspiele. Die Schüler hocken wie die neunjährige Mia auf dem Boden und setzen aus geometrischen Formen Würfel zusammen. Neben ihr versucht Viertklässler Malte (10), mit vorsichtigen Bewegungen eine Kugel durch ein Labyrinth zu lotsen, „ohne dass sie runterfällt“.

Doch nicht nur die 175 Schüler der Bugenhagenschule können die Welt hier im Kleinen entdecken, auch Besucher aus umliegenden Grundschulen und Kindergärten sind willkommen. Auf diese Weise würden schon vor der Einschulung Ängste abgebaut, heißt es. Als ein sich nach außen öffnender Lernraum sei die Schule etwas Besonderes, betont Christoph Kose. Wie man die Welt dort im Kleinen abbilden und dabei alles andere vergessen kann, merkt auch Bürgermeister Arthur Christiansen bei seinem Besuch: Zusammen mit dem kleinen Benni setzt er sich auf den Boden, um mit Rechtecken und Quadraten sinnliche Bilder zu schaffen. „Schule soll Spaß machen und ein Erlebnisort sein. Daher sind Sie auf einem guten Weg“, attestiert er dem Lehrerkollegium um Maike Rickertsen und ergänzt: „Ich schätze Ihre Arbeit sehr.“

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