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Taktisches Luftwaffengeschwaders 51 : Ein Wechsel in unruhigen Zeiten

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Oberst Kristof Conrath ist neuer Kommodore, Oberst Michael Krah geht nach Berlin.

von
erstellt am 04.Jul.2017 | 06:50 Uhr

Die Anti-IS-Mission über Syrien und dem Irak, die Einsätze in Afghanistan und Mali sowie die neu hinzugekommene Ausbildung der Tornado-Piloten auf dem heimischen Fliegerhorst Jagel: Oberst Michael Krah (50) hatte in den zurückliegenden drei Jahren als Kommodore des Taktischen Luftwaffengeschwaders 51 „Immelmann“ zusammen mit seinen Soldaten jede Menge Herausforderungen zu bewältigen. Gestern nun endete seine Zeit an der Spitze des Verbandes. Bei einem militärischen Appell übergab Generalmajor Günter Katz, Kommandeur Fliegende Verbände, das Kommando an Oberst Kristof Conrath (53). Krah wechselt nach Berlin, wo der gebürtige Rheinland-Pfälzer im Kommando der Luftwaffe als Unterabteilungsleiter für Fragen rund um die Einsätze der fliegenden Truppe zuständig sein wird.

„Es ist eine Übergabe in unruhigen welt- und sicherheitspolitischen Zeiten“, ist sich Conrath bewusst, dass auf ihn als neuen Chef einiges zukommen wird. Der dreifache Familienvater, in Baden-Württemberg geboren, diente zuletzt im Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr in Köln. Es erfülle ihn mit Stolz, dass er nun das Geschwader übernehmen dürfe, sagte Tornado-Pilot Conrath. Zu den Herausforderungen, die auf den neuen Kommodore warten, zählt die Verlegung des Einsatzverbandes vom türkischen Luftwaffenstützpunkt Incirlik nach Al-Asrak in Jordanien. Die Vorbereitungen dafür laufen bereits auf Hochtouren, nachdem die Bundesregierung im Streit mit Ankara Anfang Juni den Abzug der deutschen Truppen aus der Türkei beschlossen hatte. An der internationalen Allianz gegen den „Islamischen Staat“ (IS) sind derzeit rund 260 Bundeswehrsoldaten, darunter etwa 60 aus Jagel, mit sechs Tornado-Aufklärungsjets beteiligt.

Diese sogenannte Mission „Counter Daesh“ sei auch für ihn der Höhepunkt der vergangenen drei „äußerst intensiven und aufregenden Jahre“ gewesen, sagte Krah. Er werde nie den Moment in Incirlik vergessen, als die Maschinen an ihm vorbeirollten, um zu ihrem ersten Aufklärungsflug zu starten. Und auch, als er im Sommer 2016 die ersten Soldaten in den Mali-Einsatz verabschiedet habe, sei die besondere Verantwortung spürbar gewesen, die ein Kommodore trage. Auf seine Bilanz sei er sehr stolz, so Krah weiter. Zumal es in seiner Amtszeit keinen einzigen Flugunfall gegeben habe. Das Geschwader abzugeben, sei nunmehr für ihn „ein schwerer Moment“. Krah bedankte sich bei den Soldaten für ihre Leistung und das ihm entgegengebrachte Vertrauen. Er verlasse „ein funktionierendes Team“.

Das Lob für die Leistung der „Immelmänner“ kam auch von höherer Stelle. Generalmajor Katz würdigte, dass es den „Immelmännern“ gelungen sei, Ende 2015 innerhalb weniger Tage nach dem damaligen Bundestagsbeschluss die Einsatzfähigkeit in Incirlik herzustellen. Er sprach von einem „einzigartigen Verband“. Das mehr als 1500 Köpfe zählende Geschwader habe mit seinen Tornado-Jets ein Alleinstellungsmerkmal innerhalb der Nato. Die Flugzeuge dienten sowohl der Luftbildaufklärung als auch der Bekämpfung der gegnerischen Luftabwehr. Respekt zollte Katz dem scheidenden Kommodore auch dafür, dass es in diesem Frühjahr gelungen sei, die Piloten-Ausbildung aus Holloman (US-Bundesstaat New Mexico) nahtlos zu übernehmen. Sein Fazit: „Das Geschwader ist hervorragend für die Zukunft aufgestellt.“

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