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Schleswiger Nachrichten

14. Dezember 2017 | 16:59 Uhr

Meltdown-Festival : Ein wahrer Metal-Marathon

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Elf Bands begeisterten 650 Besucher beim Meltdown-Festival. Der Erfolg beflügelt: Das Kulturnetz Schleswig erwägt für 2014 eine Neuauflage.

Zum Ende der Festival-Saison in Schleswig wurde es noch einmal laut: Von Sonnabendnachmittag bis in die frühen Morgenstunden erfüllten verzerrte Gitarren-Riffs und drückende Schlagzeug-Wirbel die Luft auf der Freiheit. Der Grund: Das Kulturnetz Schleswig präsentierte zum zweiten Mal das Meltdown-Festival mit elf Bands.

Den Auftakt machte die Hardcore-Punk-Band „Feindbild“ aus Schleswig. Nach einem etwas schleppenden Anfang schaffte es das Quartett im letzten Drittel seines Auftritts, die Festival-Besucher allmählich aus der Reserve zu locken. Dieses „Warmwerden“ war wichtig, denn ein Metal-Marathon mit zehn weiteren Bands sollte folgen. Ein Marathon auch deshalb, weil zwischen den Spielzeiten der Bands selten mehr als fünf Minuten Pause lagen. Möglich machten das die drei Bühnen, auf denen abwechselnd gespielt wurde. Um sich zu stärken, standen mehrere Tresen mit Bier und Softdrinks bereit. Für Hungrige hatte man Fleisch vom Grill und Falafel im Angebot. Unkalkulierbar hingegen war das Wetter. Doch Organisator Lukas Paulsen verriet im Vorfeld: „Wir sind in jedem Fall wetterfest.“ Und so tat auch ein abendlicher Regenschauer der ausgelassenen Stimmung keinen Abbruch. Nach „Feindbild“ ging es weiter mit Death-Metal von „Zombie Massacre“. Mit ihren Kunstblutverschmierten Maleranzügen trugen die drei Schleswiger dem Bandnamen auch optisch Rechnung. Musikalisch lehnte man sich an Bands wie „Cannibal Corpse“ an – einer der größten Namen in der Szene. Wesentlich melodiöser ging es bei „Down on Knees“ aus Angeln zu. Das Trio bot Hard-Rock mit technisch anspruchsvollen Gitarren-Soli und ausgefeilten Songstrukturen. Eine Mischung, die bei den Metal-Fans positive Resonanz hervorrief. Ungleich rauer, aber nicht weniger beliebt war der Death-Metal, den die Kieler von „Divide“ zum Besten gaben. „Wenn wir fertig sind, steht hier nichts mehr!“ lautete die Ansage von Frontmann Daniel Stelling. Zugegeben: Die Kasernengebäude brachten sie nicht zum Einstürzen, dafür lud der düstere Sound der Band zum kollektiven „Headbangen“ ein. Auch das sogenannte „Moshen“ – damit ist das wilde Anrempeln und S chubsen zur Musik gemeint – wurde den gesamten Abend über immer wieder vom Publikum zelebriert. Ernsthaft zu Schaden kam dabei niemand, denn Metal-Fans wissen: Der ungeschriebene Ehrenkodex besagt, Leuten bei einem Sturz sofort auf die Beine zu helfen. Und das war auch nötig. Bei Bands wie „Chaosane“ standen die Festival-Gänger dicht gedrängt vor der Bühne. Sängerin Anna gewann mit ihrer charmant-verschmitzten Art die Menge sofort für sich, bevor sie und ihre vier Bandkollegen Sekunden später alle Register in Sachen Thrash- und Death-Metal zogen.

Bis in die frühen Morgenstunden wurde der Musik der härteren Gangart gefrönt. Den krönenden Abschluss bildete das sechsköpfige Gespann „Noise Forest“ aus Kiel mit seiner Mischung aus Death-Metal und Hardcore-Punk. Für den Applaus bei allen elf Bands sorgten die mehr als 650 Metal-Fans, die ihren Weg zum früheren Kasernengelände gefunden hatten.

„Bei 400 Besucher schreiben wir schwarze Zahlen,“ erklärte Paulsen. Ein Meltdown-Festival im Jahr 2014 dürfte angesichts dieser Besucherzahl also gesichert sein.

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