Marke EigenbaU : Ein U-Boot im Schleiwasser

Ein Hingucker im Stadthafen: Finn (von links) und Dominik Gremke mit Jürgen Asmussen im U-Boot der Marke Eigenbau.
Ein Hingucker im Stadthafen: Finn (von links) und Dominik Gremke mit Jürgen Asmussen im U-Boot der Marke Eigenbau.

Ein ungewöhnliches Gefährt zieht in Schleswig die Blicke auf sich. Ein echtes U-Boot?

shz.de von
13. Mai 2018, 15:40 Uhr

Manche Leute reiben sich verwundert die Augen. Andere zücken schnell ihre Kamera, um Fotos zu machen Ist das wirklich ein U-Boot, das da in den Schleswiger Stadthafen einläuft? Zumindest sieht es danach aus – auch wenn es nicht wirklich tauchen kann.

Jürgen Asmussen und Dominik Gremke mit Sohn Finn (12) aus Fahrdorf schippern mit ihrer aufwändig umgestalteten Kuhtränke zurzeit wieder regelmäßig über die Schlei. „Gebaut haben wir unser U-Boot gemeinsam mit Lars Petersen aus Silberstedt im Jahr 2004“, sagt Asmussen. Bootsbauer sind die drei Herren aber nicht, sondern in Jagel stationierte Soldaten. „Wir haben damals eine Vatertagstour mit meiner Jolle gemacht und die vorbeikommenden Boote mit Wasserpistolen beschossen. Damals haben wir allerdings selbst auch sehr viel Wasser abbekommen und beschlossen, im kommenden Jahr zu Himmelfahrt mit einem wasserabweisenden U-Boot erneut anzutreten. Wir wollten besser austeilen können und weniger einstecken müssen“, so Asmussen. Dass sie den Plan wirklich umsetzen würden, glaubte ihnen damals keiner so recht. „Rund 80 Kollegen in Jagel wetteten am Ende gegen uns. Das motivierte uns dann natürlich. Wir sollten im Jahr 2005 eine Woche vorm Vatertag mit dem fertigen U-Boot von Fahrdorf zum Luisenbad fahren, ohne zu sinken. Dank vieler Nachtschichten und einigen Restarbeiten noch während der Jungfernfahrt haben wir es tatsächlich geschafft und wurden mit Musik und einer Riesenparty empfangen“, erinnert sich der Kropper Dominik Gremke.

Nachdem das 7,20 Meter lange Boot in den ersten Jahren noch gut genutzt wurde – es war sogar mal auf der Ostsee unterwegs –, stand es lange in einem Stall unter. Nun ist es zwar optisch etwas lädiert, aber wieder im Wasser und funktioniert einwandfrei. „Da die Tränke aus verzinktem Stahl besteht, rostet sie nicht“, sagt Asmussen, der plant, dem Unikum noch in diesem Jahr einen frischen Anstrich zu verleihen.

Obwohl die drei Männer diesmal nicht gemeinsam Vatertag gefeiert haben, besteht für Freunde und Angehörige die Gefahr, dass in den kommenden Jahren neue verrückte Projekte umgesetzt werden. „Ich würde gern mal ein U-Boot bauen, das wirklich tauchen kann“, gesteht Asmussen. Auch Dominik Gremke wäre wieder bereit: „Das war damals ein sehr schönes Gemeinschaftsprojekt von uns. Wir hatten viel Spaß.“ Seine Frau Stefanie kann das gut nachvollziehen, schränkt jedoch ein: „ Ich hätte ganz gern vorher die Terrasse überdacht.“



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