Familienhaus am Hornbrunnen : Ein Treffpunkt für den Friedrichsberg

Der evangelische Kindergarten am Hornbrunnen war in diesem Haus, das im Februar abgerissen wurde.
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Der evangelische Kindergarten am Hornbrunnen war in diesem Haus, das im Februar abgerissen wurde.

Kindergarten, Beratungsstellen und Kursangeboten unter einem Dach – das soll das neue „Familienhaus“ am Hornbrunnen bieten. Aber nur, wenn es Zuschüsse vom Land gibt.

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21. Dezember 2017, 07:44 Uhr

Bürgermeister Arthur Christiansen sprach von einem „vorgezogenen Weihnachtsgeschenk“. Die Bescherung allerdings wird noch nicht in diesem Jahr stattfinden und auch nicht im nächsten. Wenn alles gut geht, dann beginnen 2019 die Bauarbeiten für das „Familienhaus Schleswig-Friedrichsberg“. Dort, wo sich jetzt der evangelische Kindergarten Hornbrunnen befindet, soll ein neues Zentrum für die soziale Arbeit im ganzen Stadtteil entstehen. Gestern haben neun Kooperationspartner eine entsprechende Absichtserklärung unterschrieben.

Herzstück soll auch im neuen Haus der Kindergarten sein, der mit 88 Plätzen größer als bisher ausfallen wird. Drumherum sind Gruppenräume und Beratungsbüros geplant. Bauherr ist der Evangelische Kirchenkreis. Mehrere kirchliche Anbieter möchten die Räume nutzen, aber auch die Stadt Schleswig, der Kreis Schleswig-Flensburg, die Arbeiterwohlfahrt, das DRK und der Verein „Schutzengel“ sind mit im Boot. Dabei ist noch offen, in welchem Umfang sich diese Organisationen jeweils einbringen. Robert Kischkat aus der Schleswiger Stadtverwaltung denkt an einzelne Volkshochschulkurse oder Angebote des Jugendzentrums. Die „Schutzengel“ planen eine Krabbelgruppe. Die Arbeiterwohlfahrt hat ihr eigenes Gebäude nur hundert Meter weiter, aber auch sie möchte das Familienhaus in irgendeiner Weise mitnutzen – und das nicht nur, weil die barrierefreien Räume Möglichkeiten bieten, die das Awo-Haus nicht hat, sondern es geht auch darum, sich enger mit den anderen Institutionen zu vernetzen, die im Friedrichsberg Stadtteilarbeit anbieten.

Dass sich die Chance dazu nun am Hornbrunnen bietet, war noch gar nicht abzusehen, als das evangelische Kindertagesstättenwerk vor einigen Jahren feststellte, dass der historische Kindergarten an diesem Standort praktisch abbruchreif ist. Die Aktivregion Schlei-Ostsee förderte eine entsprechende Machbarkeitsstudie, die nun von der Lübecker Managementberatung EWS vorgelegt wurde. Pröpstin Johanna Lenz-Aude hofft, dass der Kirchenkreis auf Grundlage dieser Studie nun vom Land Fördermittel in Höhe von gut 1,6 Millionen Euro bekommt. Nur wenn das klappt, kann der Kirchenkreis die geschätzten 3,7 Millionen Euro Baukosten stemmen. Die Initiatoren hoffen, im Laufe des nächsten Jahres Gewissheit zu bekommen. Langfristig soll dann ein Großteil der Investition über die Mieten der Kooperationspartner wieder hereinkommen. Einen großen Teil davon machen die städtischen Zuschüsse für den Kindergarten aus. Auch einzelne Gruppen aus dem Schubyer Kinder-Förderzentrum Mobile des Diakonischen Werkes sollen in das Familienhaus wechseln.

Wo der Kindergarten in der Übergangszeit untergebracht wird, wenn das alte Gebäude abgerissen ist, aber das neue noch nicht steht, ist noch offen, sagte Kischkat. „Wir werden aber eine Lösung in der Nähe finden“, versicherte er. Ebenso ist offen, wie das neue Gebäude am Ende aussehen wird. Gestern wurde ein Entwurf des Architektenbüros Dogs aus Markerup vorgestellt, der bereits die Bedürfnisse der einzelnen Nutzer aufgreift.

Dabei können noch neue Mieter hinzukommen. Awo-Geschäftsführerin Maren Korban brachte dazu gestern spontan den TSV Friedrichsberg ins Gespräch, in dessen Vorstand sie mitarbeitet. Pröpstin Lenz-Aude hofft zudem, dass sich im Friedrichsberg aus der Bürgerschaft neue Initiativen bilden, die das Familienhaus auf unterschiedlichste Weite nutzen möchten.

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