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Schleswiger Nachrichten

20. September 2017 | 22:05 Uhr

Lürschau : Ein Trabi wird zum Feuerwehrauto

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Lürschauer Kameraden haben ihrem Nachwuchs einen Mini-Löschwagen gebaut. Insgesamt 500 Arbeitsstunden stecken in dem Gefährt.

Seit Juni 2015 gibt es in Lürschau die einzige Kinderfeuerwehr im Kreis Schleswig-Flensburg. 24 Kinder können sich dort ein Bild von der Arbeit der Feuerwehrleute machen und dürfen manchmal sogar selber mit anpacken. Nun besitzen die kleinen Feuerwehrjungen und -mädchen sogar ein eigenes Löschfahrzeug, das die Kameraden und Kameradinnen der Freiwilligen Feuerwehr aus einem alten Trabi selbst zusammengebaut haben. Beim „öffentlichen Grillen“ der Lürschauer Feuerwehr präsentierte die Kinderfeuerwehr es jetzt erstmals den Besuchern.

Auf die Idee für das ungewöhnliche Löschfahrzeug kamen die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr bei einem Besuch der Partnerwehr im niedersächsischen Ribbesbüttel. Dort gab es schon seit Längerem ein solches Kinderfahrzeug.

„Schnell war uns klar, dass wir so etwas auch in Lürschau brauchen“, erzählt Sonja Haack, Leiterin der Kinderfeuerwehr.

Ein Fahrgestell für den neuen Einsatzwagen war schnell gefunden. Für nur 50 Euro erwarben die Kameraden einen alten, fahruntüchtigen Trabant 601 Deluxe. „Den Trabi haben wir dann soweit entleert, bis nur noch das Grundgerüst übrig war“, erzählt Haack. Rund 500 Arbeitsstunden investierte die Feuerwehrfrau dann gemeinsam mit acht anderen Feuerwehrleuten in den vergangenen fünf Monaten in den Umbau.

Als Vorbild für den Kinder-Einsatzwagen diente das „Mittlere Löschfahrzeug“, das auch in Realgröße in der Garage der Freiwilligen Feuerwehr steht. Auch wenn das Kinderfahrzeug nur etwa halb so groß ist wie der echte Einsatzwagen, stimmen Form und Farbe fast mit dem großen Bruder überein. Die Außenwände bestehen dabei überwiegend aus ausrangierten Verkehrsschildern, die mit rund 18 Litern roter und weißer Farbe lackiert wurden. Auch die Ausstattung des Mini-Fahrzeuges kann sich sehen lassen. Neben sieben Löschschläuchen und einer Wasserpumpe, besitzt der Wagen sogar eine funktionierende Elektronik samt Funkgerät, Beleuchtung und Sirene. Zusätzlich verbauten die Mitarbeiter der Feuerwehr etwa 100 Meter Stahlrohr, 500 Poppnieten und zehn Quadratmeter Holz.

Eigenständig fahren können die Kinder mit ihrem Wagen allerdings nicht, denn ein Motor fehlt dem umgebauten Trabi zurzeit noch. Wenn es nach Sonja Haack geht, könnte sich das aber bald ändern. „Wir haben noch einige Ideen für den Feuerwehrwagen und überlegen auch, einen Rasenmähermotor einzubauen, damit wir vielleicht sogar eine Tüv-Zulassung bekommen“, so die Lürschauerin. Mehr als 1500 Euro investierte die Freiwillige Feuerwehr bisher in den Umbau. Das Geld dafür sammelten die Feuerwehrleute vor allem durch Spenden und gaben auch aus der eigenen Tasche etwas dazu. „Unseren Nachforschungen zufolge gibt es so ein Fahrzeug in Schleswig-Holstein kein zweites Mal“, berichtet Sonja Haack.

Zukünftig soll „Michel“, wie der Wagen von den Erbauern getauft wurde, nicht nur als Spielobjekt dienen. „Die Kinder lernen hier beispielsweise Verkehrsregeln oder Rettungsmaßnahmen. Aber auch der Teamgeist soll gefördert werden“, so Haack.

Seinen nächsten Einsatz hat „Michel“ bereits dieses Wochenende. Am Sonnabend soll er auf dem Amtsfeuerwehrtag in Ellingstedt vorgeführt werden.

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