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Schleswiger Parkhaus : „Ein Thema mit höchster Priorität“

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Stadt will das marode Parkhaus im Paket mit der benachbarten Feuerwache an einen Investor verkaufen. Aber: Ein Neubau wird frühestens 2019 stehen.

Wie geht es weiter mit dem Parkhaus am Schwarzen Weg? Einigkeit herrscht in Politik und Verwaltung darüber, dass eine komplette Sanierung des maroden und teilweise gesperrten Gebäudes viel zu teuer wäre. Zuletzt war von 4,5 Millionen Euro die Rede. Also werden irgendwann die Abrissbagger anrollen. Und dann muss ein Neubau her – den ein Investor finanzieren soll.

Die Stadt sieht die jetzige Situation, die manchem Autofahrer bei der Suche nach einem Parkplatz einige Geduld abverlangt, auch als Chance. So wird das Parkhaus eingebettet in das Gesamtkonzept zur Innenstadtsanierung. Geplant sei zudem, das Gebäude im Paket mit der benachbarten Feuerwache zu verkaufen, erklärte Rathaussprecherin Antje Wendt auf SN-Nachfrage. Die Feuerwache wird 2017 frei. „Noch in diesem Jahr sollen die politischen Gremien über eine Beschlussvorlage für einen Verkauf abstimmen“, sagte Wendt. Dazu werde zunächst von einem externen Büro ein Wertgutachten erstellt.

Nach Aussage von Wendt haben sich bereits Interessenten bei der Stadt gemeldet. Aufgrund des finanziellen Volumens müsse das Projekt jedoch europaweit ausgeschrieben werden. Ziel sei es, die Filetgrundstücke aufzuwerten, zum Beispiel mit der zusätzlichen Ansiedlung von Dienstleistern.

Für Schleswigs CDU-Chef Helge Lehmkuhl ist das Projekt „eines der Themen mit höchster Priorität. Das Parkhaus ist für die Innenstadt überlebenswichtig“. Dienstleistungen oder Einzelhandel – es sei vieles denkbar, was ein Investor dort außer einem Parkhaus verwirklichen könnte. „Wichtig ist, dass dort eine Entwicklung stattfindet“, so Lehmkuhl.

Klaus Bosholm (SPD), Vorsitzender des städtischen Bauausschusses, ist jedoch skeptisch, ob ein weiteres Einzelhandelsangebot auf dem besagten Areal für die Innenstadt verträglich wäre: „Was passiert dann mit der Ladenstraße? Ich habe keine Antwort darauf.“ Schnelle Lösungen sehe er bei der Neuordnung der Innenstadt jedenfalls nicht.

Das tut auch das Rathaus nicht. Mit einem neuen Parkhaus sei wohl nicht vor 2019 zu rechnen, so Antje Wendt. „Dabei ist natürlich zu bedenken, dass sich noch allerlei Verzögerungen einstellen können.“ Zu den Bedingungen der Stadt an einen Investor gehört, dass das Parken auch künftig kostenfrei möglich sein soll, zumindest für eine noch festzulegende Zeit. Dass Kurzzeitparker auch künftig nicht zur Kasse gebeten werden, fordert auch Helge Lehmkuhl. Über Gebühren für Langzeitparker werde man indes reden müssen. Auch Klaus Bosholm geht davon, dass man an einer Gebührendiskussion nicht vorbeikommen wird.

Nachdem Anfang Juni aus Sicherheitsgründen fast ein Viertel der Stellplätze im Parkhaus gesperrt wurden, ist das befürchtete Verkehrschaos in der Stadt indes ausgeblieben. Antje Wendt: „Nach den Beobachtungen der Ordnungsbehörde hat sich die Parksituation nicht verschärft.“ Überhaupt sei das Parkhaus auch vorher nie in Gänze ausgelastet gewesen. Ein neues Parkhaus käme deshalb auch mit einem Drittel weniger Stellplätze aus, so Wendt.

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erstellt am 17.Sep.2015 | 07:43 Uhr

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