zur Navigation springen
Schleswiger Nachrichten

15. Dezember 2017 | 23:18 Uhr

Schleswig : Ein Stück behüteter Alltag

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die „Brücke“ feiert das 20-jährige Bestehen ihrer betreuten Tagesstätte in der Bismarckstraße.

shz.de von
erstellt am 10.Mär.2015 | 07:32 Uhr

Seitdem die „Brücke SH“ vor Jahren in die Bismarckstraße umgezogen ist, werden dort Menschen mit psychischen Erkrankungen und Suchterkrankungen betreut. Was viele Schleswiger nicht wissen: Es gibt dort auch eine Tagesstätte, die in diesen Tagen ihr 20-jähriges Bestehen feiert.

Die Tagesstätte der „Brücke“ ist eine Einrichtung, in der Menschen, die alleine nicht zurecht kommen, ein vielfältiges und tagesstrukturierendes Angebot finden, erklärt Leiterin Maren Kollath (55), die von Beginn an dabei ist. Es gehe hierbei darum, ihnen alltagspraktische Fähigkeiten und soziale Kompetenzen näher zu bringen. „Die Menschen stehen sonst alleine da. Deswegen ist es ganz wichtig, eine solche Stätte zu haben“, sagt Kollath. Deshalb werden sogenannte arbeitsbezogene Beschäftigungsprojekte angeboten. Ob in der Wäscherei oder als Hauswirtschafterin – für jeden ist eine passende Aufgabe dabei. Es werden Stärken ausprobiert und das Selbstwertgefühl gesteigert.

Selbstverständlich hat sich in den vergangenen 20 Jahren dabei einiges verändert. „Wir haben hier angefangen mit elektrischen Schreibmaschinen, um die Berichte zu schreiben“, erzählt Kollath, „auch war die Tagesstätte anfangs noch in der Friedrichstraße in einem kleinen Haus untergebracht.“ Das Angebot sei damals noch nicht so vielfältig, aber der Gedanke zur Hilfsbereitschaft immer anwesend gewesen. Mit dem Umzug 1999 an den jetzigen Standort erweiterten sich die Möglichkeiten: durch größere Räume und die enge Bindung an die Begegnungsstätte der „Brücke“.

Auch das Aufnahmeverfahren für die Klienten hat sich weiter entwickelt. „Damals sind die Interessenten einfach zu uns gekommen. Wir haben ein Gespräch geführt und dann entschieden. Heute ist es sehr viel strukturierter geworden. Man muss als Interessent viele Anträge selber stellen“, erklärt Kollath. Dieses deutlich kompliziertere Verfahren bescherte der „Brücke“ jedoch keinen Rückgang an Teilnehmern. Im Gegenteil: Zurzeit sind alle 18 Betreuungsplätze belegt. Momentan konzentrieren sich die Nutzer der Tagesstätte auf die Vorbereitungen für das Sommerfest am 9. Juli, in dessen Rahmen das 20-jährige Jubiläum gefeiert wird. Vorab wird in dieser Woche schon eine kleine interne Feier mit geladenen Gästen stattfinden.

Verändern soll sich zukünftig, so hofft die Leiterin, nicht viel. Beschäftigungsprojekte wie Tagesausflüge bleiben erhalten. Veranstaltungen, die für die Nutzer individuell angepasst werden, wird es weiterhin – neben verschiedenen anderen Angeboten – geben. Wie sich die Tagesstätte künftig entwickeln wird, bleibt abzuwarten. „Ich sehe es nicht, dass es die Tagesstätte in einigen Jahren nicht mehr geben wird. Dass sie sozusagen überflüssig ist und nicht mehr gebraucht wird, das glaube ich nicht. Die wird es weiter geben.“ Die zahlreichen regelmäßigen Nutzer dürfen also auch künftig in die Bismarckstraße kommen, um hier ein Stück strukturierten Alltag erleben zu können.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen