Flohmarkt in der Schubystrasse : Ein Straßenfest mit alten Schätzen

Silja und Leonie Wendt (v.li.) verkauften alte Spielsachen und allerlei sonstigen Krimskrams.
Silja und Leonie Wendt (v.li.) verkauften alte Spielsachen und allerlei sonstigen Krimskrams.

Der erste „Sommernachtsflohmarkt“ in der Schubystraße lockt Tausende Menschen an. Veranstalter Ingo Harder war begeistert.

shz.de von
16. Juli 2018, 11:24 Uhr

Abendstimmung in der Schubystraße: Verkaufsstände stehen dicht gedrängt, viele Menschen flanieren umher, sammeln sich schließlich bei einem der Imbisse oder am Getränkewagen. Ein bisher ungewohntes Bild, doch am Freitag gab es hier zum ersten Mal den „Sommernachtsflohmarkt“. So waren etwa 200 Meter der Straße für den öffentlichen Verkehr gesperrt, und es gab ausreichend Raum für das bunte Treiben. Mehrere Tausend Menschen kamen während einer langen und klaren Dämmerung.

Mit dabei waren viele Anwohner, die Teil des Ereignisses direkt vor ihrer Haustür sein wollten. Silja und Leonie Wendt etwa nutzten die Gelegenheit, ihr altes Elternhaus aufzuräumen. „Wir verkaufen alte Spielsachen und natürlich allerlei Krimskrams, der sich im Laufe der Jahre angesammelt hat“, sagten sie. Über die Menge seien sie selbst überrascht. Wichtig sei ihnen aber auch, dass die Leute kaufen, was sie noch gebrauchen können. „Wir wollen mit unseren Sachen auch eine Freude machen“, so Leonie Wendt. Besonders schätzten die beiden die Atmosphäre des abendlichen Flohmarkts.

Ein paar Meter weiter hatte Hans-Werner „Hawe“ Hansen seinen Stand aufgebaut. Selbstgebaute Futterbars für Hunde, dekorative Schilder mit Sinnsprüchen und „Zwitscherkästen“ – Vogelhäuser mit Schnapsfüllung – gab es hier zu kaufen. „Ich fertige alles aus Holz, denn das ist ein dankbarer und wertvoller Werkstoff“, erzählte der Handwerker Hansen. Für ihn war der Flohmarkt etwas mehr als Hobby. Schon bald werde er Frührentner sein und der Verkauf der Holzarbeiten solle sein zweites Standbein sein, berichtete er. Kundschaft hatte er an diesem Abend reichlich.

Gundi Schröder und Marco Brix boten vor ihrer Haustür „alte Schätze“ aus ihrem Haushalt an. Darunter besondere Kleidungsstücke und alte Spielkonsolen, die inzwischen wieder heiß begehrt sind und unter Liebhabern großen Wert haben. Als direkte Nachbarn von Veranstalter Ingo Harder war es für Brix und Schröder selbstverständlich mitzumachen.

Harder, der natürlich auch in der Menge unterwegs war, zeigte sich hochzufrieden mit dem Verlauf seiner Veranstaltung. „Es ist der Hammer, wie die Idee angenommen wird. Ich bin begeistert“, sagte er mit einer Portion Erleichterung. Denn der Erfolg war nicht selbstverständlich. Zuletzt war der Friedrichsberger Adventsflohmarkt zu einem schlechten Geschäft geworden und ist damit Geschichte. Es war also an der Zeit für einen angemessenen Ersatz. „Die Menschen sind einfach nicht mehr bereit, stundenlang in Eiseskälte zu stehen. Der Adventsflohmarkt ist tot, es lebe der Sommernachtsflohmarkt“, sagte Harder.

Etwa 80 Verkaufsstände gab es zu durchstöbern. Ein wenig Straßenfestcharakter kam auf durch die Imbisse und DJ Otto, der für Partymusik sorgte. Der neue Flohmarkt steht laut Harder ab jetzt fest in seinem Veranstaltungskalender.

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