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Ostseeman-Triathlon : Ein Sport, der alles abverlangt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Beim 14. Ostseeman-Triathlon in Glücksburg gaben knapp 1500 Sportler wieder alles und wurden mit Sonne und Jubel belohnt

Glücksburg | Aufregung und Anspannung sorgten gestern als köpereigene Wachmacher schon lange vor dem Start des 14. Ostseeman-Triathlons in Glücksburg für hellwache Teilnehmer. Aber auch die 16,6 Grad kalte Ostsee konnte als Muntermacher gut mithalten. Um sieben Uhr schwammen rund 850 Triathleten als Einzelstarter oder als Teil eines Staffelteams auf die offene Ostsee und boten ein eindrucksvolles Bild. Die vielen Schaulustigen, Freunde und Familienmitglieder auf der Seebrücke und am Kurstrand begleiteten den Start mit Jubel und Gerassel – Ansporn für die zu bewältigenden 3,8 Kilometer Schwimmdistanz. „Der Massenstart ist schon etwas ganz Besonderes“, findet Reinhard Husen, Veranstalter des Ostseeman und selbst sportverrückt. „Da bekomme ich innerliche und äußerliche Gänsehaut.“ Immerhin: Trotz der Wassertemperatur lobten die erfahrenen Triathleten die „Hallenbadverhältnisse“: ruhiges Wasser und keine Quallen.

Optimale Voraussetzungen auch für die 14-jährige Emma Biegemann – ihre Mutter Kirsten fiebert mit und hat sie am Schwimmstil erkannt, obwohl die Athleten durch Neoprenanzug und Badekappe fast alle gleich aussehen. Schwester Paula und Vater Wolfgang stehen auch schon in den Startlöchern, denn die Ostseeman-Staffel ist Familiensache bei den Biegemanns aus Husby. „Ich fahre heute zum ersten Mal 180 Kilometer Rad am Stück“, sagt die 19-jährige Paula. Der Teamname „früher gings nicht“ spielt darauf an, dass die Schwestern erst in diesem Jahr das Mindestalter erreicht haben, um am Triathlon teilzunehmen. Wolfgang Biegemann ist mit acht Marathonläufen bereits ein alter Hase und übernimmt die 42,195 Kilometer Laufstrecke gerne.

Mit Flaggen, Bannern, Rasseln, bemalten T-Shirts und sogar Konfettikanonen gaben sich die Zuschauer alle Mühe, den insgesamt 1480 Triathleten die immensen Anstrengungen so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten. „Der Triathlon ist wirklich ein Sport, der alles abverlangt“, erklärt Husen. „Stellen Sie sich vor, sie würden 15 Stunden spazieren gehen“, versucht er die extreme Dauer des Wettkampfs zu verdeutlichen.

Dass der Ostseeman kein Spaziergang ist, versteht sich von selbst. Edmund Surwehne aus Witten im Ruhrgebiet hat sich immerhin fünf Jahre auf seine erste Langdistanz vorbereitet. Als kleine Belohnung für die ganze Mühe und die weite Anreise verbringt er mit seiner Frau ein verlängertes Wochenende in Flensburg.

Urlaub in größerem Stil hat auch die Truppe um Thomas Friese aus Hilden bei Düsseldorf geplant. Mit insgesamt 50 Leuten, davon 14 Triathleten, haben sie sich bereits vor zwei Wochen auf den Ochseninseln einquartiert und verbinden Freizeit und Wettkampf.

Neben Teilnehmern und Zuschauern spielte gestern aber noch eine andere Gruppe eine große Rolle: die rund 450 Helfer. Peter Petersen teilt bereits im dritten Jahr die Helfer ein und freut sich über viel ehrenamtliches Engagement: „Wir bekommen Unterstützung aus Sportvereinen und Schulklassen.“ Und die ist auch nötig. Von 4 Uhr bis kurz vor 23 Uhr muss das Event begleitet werden: Bänder verteilen, Wegposten besetzen, Verpflegung vorbereiten und dafür sorgen, dass die Triathleten schnell und sicher von einer Disziplin in die nächste wechseln können. „Ich bin das ganze Jahr über mit der Vorbereitung beschäftigt“, erklärt der Flensburger und malt einem Athleten noch schnell mit dem wasserfesten Edding die Startnummer auf den Arm. Die soll schließlich, genau wie der Teilnehmer, auch bis zum Ende durchhalten. Ergebnisse im Sport auf Seite 13

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