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Ulla Meinecke in der „Heimat“ : „Ein schöner, seltsamer Ort“

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Liedermacherin Ulla Meinecke klang in der „Heimat“ fast wie zu ihrer besten Zeit in den 80er Jahren.

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erstellt am 12.Apr.2014 | 07:45 Uhr

Es war ein ungewöhnliches Setting für ein Popkonzert: Die rund 250 Besucher saßen im großen Saal der „Heimat“ auf der Freiheit an Fünfer-Tischen, und statt Ulla Meinecke betrat pünktlich um 20 Uhr ein kräftiger Mann mit schütterem Haar die Bühne: Bürgermeister Arthur Christiansen begrüßte das Publikum – und sagte, dass er insbesondere an Meineckes größten Hit, die „Tänzerin“ von 1983, denke. Dann erst war der Weg frei für die 60-jährige Liedermacherin, für ihren Gitarristen Ingo York und Keyboarder Reinmar Henschke. „Schlendern ist Luxus“ sang sie zu sattem Sound. Ihre ohnehin schon rauchige Stimme klang noch eine Idee herber als früher. Als es wieder leise war, sagte sie: „Was für ein schöner, seltsamer Ort“, und es war nicht ganz klar, ob sie die Sitzanordnung zu ihren Füßen und die bürgermeisterliche Begrüßung meinte oder ob sie noch an ihre Anreise über das brach liegende ehemalige Kasernengelände am Ufer der an diesem Abend spiegelblanken Schlei dachte.

Den Stil ihrer Moderationen zwischen den Songs – mit Gedanken zum Alltag, die immer irgendeinen Bezug zum nächsten Song haben – hat Ulla Meinecke in den vergangenen 30 Jahren nicht verändert. Auch die Lieder sind dieselben geblieben. „Ich singe sie gern, weil der größte Teil meiner Songs zeitlos ist“, hat Ulla Meinecke einmal gesagt. Einige Stücke sind neu arrangiert, aber wiedererkennbar sind sie alle geblieben – von „Nie wieder“ und „Ein Schritt vor und zwei zurück“ bis hin zu deutschsprachigen Varianten von Suzanne Vegas „Marlene on the wall“ und Paul Simons „50 ways to leave your lover“. Als endlich die „Tänzerin“ als vorletzte Zugabe an die Reihe kam, hatte der Bürgermeister den Saal schon längst wieder verlassen.

Echte Popkonzert-Stimmung mit Fans, die ihre Lieblingslieder mitsingen, kam in der „Heimat“ indes nicht auf. Als Ulla Meinecke ein Cover von Carlie Simons „You’re so Vain“ sang, begann das Publikum an einigen der Fünfertische rhytmisch mitzuklatschen – wurde aber von der schweigenden Mehrheit schnell wieder eingefangen.

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