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Einigung im Schleswiger Theaterstreit : „Ein richtig schöner Tag für Schleswig“

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Bürgermeister und Fraktionschefs besiegeln Einigung: Landestheater spielt schon ab 2017 dauerhaft in der „Heimat“ auf der Freiheit

von
erstellt am 09.Dez.2015 | 16:44 Uhr

Streit? Davon war nichts mehr zu sehen, als sich am Dienstagabend Bürgermeister Arthur Christiansen und die Vorsitzenden der vier Ratsfraktionen zur Pressekonferenz ins Sitzungszimmer „Schlei“ im Rathaus setzten. Eigentlich hätte zum selben Zeitpunkt die Ratsversammlung zusammentreten sollen, um über die Verlängerung des Mietvertrags für das Slesvighus im Lollfuß als Landestheater-Spielstätte abzustimmen – mit einem Baukostenzuschuss in Höhe von 1,2 Millionen Euro für den Slesvighus-Eigentümer SSF . Die Sitzung war kurzfristig abgesagt worden, nachdem alle Fraktionen angekündigt hatten, dass sie die Vorlage des Bürgermeisters ablehnen würden.

Jetzt saß der Bürgermeister zwischen den vier Männern, die ihn gestoppt hatten – und alle demonstrierten Einigkeit. „Heute ist ein richtig schöner Tag für Schleswig“, lauteten die Worte, mit denen Christiansen die Pressekonferenz eröffnete. Vier Jahre Streit um die Zukunft von Schleswig als Theater-Spielstätte seien nun endlich vorbei. Es sei eine außerordentliche Leistung, dass die Ratsfraktionen gemeinsam eine Lösung gefunden hätten.

Die neue Nachricht ist nicht, dass die Stadt – beziehungsweise die Stadtwerke oder eine noch zu gründende neue städtische GmbH – das ehemalige Bundeswehr-Mannschaftsheim auf der Freiheit für eine Million Euro kaufen wird. Neu ist, dass das Gebäude nun so schnell umgebaut werden soll, dass schon ab Mitte 2017 die Landestheater dort spielen kann. Bislang hatte der Bürgermeister diesen Zeitplan als möglicherweise zu eng bezeichnet, weil auf der Freiheit erst die baurechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden müssten. Auch deshalb wollte er den Mietvertrag für das Slesvighus verlängern, wo das Landestheater spielt, seit das alte Stadttheater wegen Einsturzgefahr gesperrt wurde.

Neu ist auch, dass Peter Grisebach, der Generalintendant des Landestheaters, zur Spielstätte „Heimat“ steht. Auch er war zur Pressekonferenz im Rathaus erschienen, nahm aber etwas abseits von Bürgermeister und Fraktionsvertretern Platz. „Bei so viel Einigkeit kann es ja nicht verkehrt sein“, sagte Grisebach. „Die Freiheit ist nicht meine erste Wahl gewesen, aber es ist eine pragmatische Wahl. Das Gebäude hat Potenzial.“ Die „Heimat“ soll nun für die Bedürfnisse des Landestheaters umgebaut werden. Sogar von einem Bühnenturm ist die Rede. Was das alles genau kosten wird, ist noch offen. Erste Schätzungen bewegen sich im Bereich zwischen drei und fünf Millionen Euro.

Wie es überhaupt dazu kam, dass die Stadt das ehemalige Mannschaftsheim übernimmt, spielte an diesem Abend nur noch eine untergeordnete Rolle. Bereits im Sommer hatte der bisherige Besitzer Team Vivendi der Stadt die Immobilie angeboten, weil sich das Unternehmen nicht mehr in der Lage sah, den Betrieb des „Heimat“-Varietés weiterhin sicherzustellen. Das Varieté-Programm soll nun parallel zum Theaterbetrieb weiterhin stattfinden. Welcher der beiden Hauptnutzer dabei Vorrang hat, das muss noch geklärt werden. Offen ist auch noch, ob während der Umbauphase Veranstaltungen stattfinden können.

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