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Klaus-Dieter Stahl : Ein Obdachloser als Spender für die „Schutzengel“

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Klaus-Dieter Stahl hat selbst fast nichts – und spendet seine 20 Euro Weihnachtsgabe für Kinder in Not

von
erstellt am 21.Dez.2013 | 12:00 Uhr

Erst seit wenigen Wochen hat der Flensburger Verein „Schutzengel“ eine Zweigstelle in der Schleswiger Erikstraße. Noch sind die Mitarbeiter um Andreas Walther ganz am Anfang bei ihrer Suche nach Bürgern, die ihre Arbeit mit jungen Familien aus prekären Verhältnissen mit einer Spende unterstützen. Einer der ersten Spender, der jetzt an die Tür der „Schutzengel“ klopfte, hatte eine Adresse, mit der Andreas Walther nicht gerechnet hatte – die Obdachlosen-Unterkunft im Ansgarweg.

Dort lebt Klaus-Dieter Stahl seit rund drei Jahren. Als er jetzt vom Diakonischen Werk ein Nikolausgeschenk über 20 Euro bekam, war für ihn klar: Er wollte selbst einmal anderen etwas Gutes tun. Dass er das Geld nun den „Schutzengeln“ spendete, hat auch mit seiner eigenen Lebensgeschichte zu tun. Er wurde schon in jungen Jahren Vaters. Sein Sohn ist mittlerweile 30 Jahre alt. „Ich hätte die Schutzengel damals auch gut gebrauchen können“, sagt Klaus-Dieter Stahl. „Ich war mit der Erziehung oft überfordert“. Sein Ingenieurs-Studium brach er ab, arbeitete in verschiedenen Jobs, bis er vor einigen Jahren beschloss, nach Indonesien auszuwandern. Dort arbeitete er eine Weile in Hotels und Restaurants. „Aber wenn man älter wird, wird das Leben dort beschwerlicher.“ So kehrte der gebürtige Gettorfer zurück nach Schleswig-Holstein und blieb in Schleswig hängen. „Wenn man erst einmal in einer Obdachlosenunterkunft wohnt, ist es schwierig, eine andere Bleibe zu finden“, sagt er. Als Dank für die Spende hat Andreas Walther jetzt beschlossen, Klaus-Dieter Stahl bei der Wohnungssuche zu helfen.

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