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Schleswiger Nachrichten

22. August 2017 | 00:24 Uhr

Ein neues Verkehrskonzept

vom

Stadtverwaltung will alle Wege und Straßen auf den Prüfstand stellen - darunter auch die Lange Straße

Schleswig | In welche Richtung bewegt sich das Thema Lange Straße ? Soll dort alles so bleiben, wie es ist - mit einer Fahrspur von der Königstraße bis zum Gallberg? Oder ließe die Lange Straße auch einen Verkehrsfluss in beide Richtungen zu, wie es von den Ratsmitgliedern Helge Lehmkuhl (CDU), Lutz Hippe (SPD) und Dr. Babette Tewes (Grüne) gegenüber den SN ins Spiel gebracht worden war? Einen Antrag, in dem die Stadtverwaltung überprüfen möge, ob der Einbahnstatus in der Langen Straße gänzlich aufgehoben werden soll, will Lehmkuhl in den Bauausschuss am 20. August einbringen.

Das Zauberwort "Shared space" wurde bereits ins Feld geführt. Damit ist gemeint, dass sich alle Verkehrsteilnehmer vom Autofahrer bis hin zum Fußgänger gleichberechtigt in beide Richtungen bewegen können. Doch nicht alle Anlieger in der Langen Straße sind von dieser Idee begeistert. Während die Gewerbetreibenden sich mehr Leben - sprich mehr Autoverkehr - wünschen, sprechen sich die Wohnungsinhaber gegen eine Veränderung der jetzigen Situation aus. Sie befürchten eine Verminderung ihrer Wohnqualität.

Im Bauamt steht man einem beidseitigen Verkehrsstrom in der Langen Straße ebenfalls skeptisch gegenüber. Axel Warnke, Sachgebietsleiter für Straßenverkehrsrecht, schließt diese Lösung nahezu aus: "Das würde nicht funktionieren." Gleich mehrere Argumente sprechen dagegen, erklärt er im Gespräch mit den SN. Die Sicherheit der Fußgänger und Radfahrer als die schwächsten Verkehrsteilnehmer wäre bei dieser Konstellation nicht mehr gewährleistet. Ein höheres Verkehrsaufkommen würde es zwar geben, wenn die Autos in beide Richtungen führen. Doch er bezweifelt, dass dies auch den Geschäftsleuten zugute käme. "Ob ein Stadtteil lebendig ist oder nicht, hängt wohl eher vom Attraktivitätsgrad der einzelnen Geschäfte ab." Was außerdem gegen einen Begegnungsverkehr in der Langen Straße spreche, sei, dass die Parkmöglichkeiten komplett wegfallen würden. Die Stadtbusse sollten künftig seiner Meinung nach wegen der beengten Verhältnisse überhaupt nicht mehr durch die Lange Straße fahren können.

Grundsätzlich wolle man sich nicht gegen Veränderungen sperren, meint Warnke. Denn Schleswigs Verkehrswegenetz soll ohnehin unter die Lupe genommen werden - inklusive der Langen Straße. "Wir brauchen ein neues Verkehrskonzept", sagt Axel Warnke. Ein externes Verkehrsplanungsbüro wird den Ist-Zustand aller Straßen und Radfahrwege in der Stadt begutachten, um Verbesserungsvorschläge ausarbeiten zu können. An einer anschließenden öffentlichen Diskussion sollen dann alle Betroffenen beteiligt werden.

Zunächst gelte es, aktuelle Veränderungen (wie den Klinikneubau an der St. Jürgener Straße oder auch die noch nicht ausgereifte Radwegführung vom Wohngebiet Berender Redder zur Innenstadt) in die Planungen mit einzubeziehen. Axel Warnke: "Wir rechnen damit, dass das neue Verkehrskonzept für Schleswig 2014 zur Verfügung steht."

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erstellt am 14.Aug.2013 | 03:09 Uhr

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