Bergenhusen : Ein neues Heim für die Störche

Arbeiten vom Hubsteiger am Nest auf dem „hohen“ Dachfirst.
Arbeiten vom Hubsteiger am Nest auf dem „hohen“ Dachfirst.

Ein altes Nest auf einem Reetdachhaus in Bergenhusen wurde abgebaut.

Avatar_shz von
28. März 2019, 08:35 Uhr

Es ist 8 Uhr und noch leicht diesig in den Kögen nahe Bergenhusen. Stille liegt über dem Gebiet. Hier und da ein Graureiher, ein Kiebitz, noch keine Störche sind zu sehen. Storchenbetreuerin Regina Kolls ist auf dem Weg ins Storchendorf. Schon aus der Entfernung ist der Teleporter von Zimmermeister Andreas Fedde aus Börm zu sehen. Er schiebt sich langsam in Richtung Stapelholmer Geestrücken. Beim Heranfahren hat er sie gesehen und lässt sie auf dem schmalen Weg vorbei. Beide haben dasselbe Ziel: Nestsanierung in Bergenhusen.

200 Kilogramm „altes Nest“ werden entfernt

Vor dem Reetdachhaus mit dem Nest am Ende der Dörpstroot ist noch nichts los. Nur Helmut Pauls und Jochen Schröder, er vertritt heute Storchenbetreuer Jörg Heyna, stehen in den Startlöchern. Der Teleporter fährt die letzten Meter und wird auf der Auffahrt in Position gebracht. Auf dem Anhänger von Jochen liegt ein Nestkranz und Nistmaterial in Form von Schreddergut und Stroh. Angegurtet und mit zwei Mistgabeln fahren Helmut und Jochen mit dem Reporter zu dem leicht schief liegenden Nest auf dem Dachfirst. Das dort immer brütende Storchenpaar ist noch nicht zurück, als Ostzieher werden sie erst in einer Woche erwartet.

200 Kilogramm „altes Nest“ werden nun von den erfahrenen Storchenschützern Stück für Stück über den First geschoben. Knochenarbeit. Dann die Überraschung: Die Halterung, etliche Jahrzehnte alt, ist passt nicht zum vorbereiteten neuen Nestaufbau. Nun ist Kreativität gefragt. Ein kleinerer Ring, der die freie Fläche zum großen ausfüllt, wird geholt. Es funktioniert gut und das Nest wird befüllt, anschließend noch das Dach von den Resten des alten Nestes befreit. Ordnung muss sein. Danach werden noch zwei weitere Nester gereinigt und dann ist für heute Feierabend. Die Ortsgruppe des Nabu spendiert leckere belegte Brötchen und Kaffee zum Aufwärmen.

Hoffnung auf erfolgreiche Brutsaison

Einige Tage später steht dann das bewährte Team mit Jörg und Helmut auf dem Teleporter. Das Nest auf dem Schuppen droht abzustürzen. Dort sitzen die ehemalige Senderstörchin Adele und ihr Partner Hans. Beide räumen vorübergehend ihren Platz. Auch das Nest wird mühselig abgetragen und neu aufgebaut. Anschließend wird ein höherer Steiger benötigt. Er wird mit Spendengeldern finanziert.

Kurz nach der Fertigstellung steht das Brutpaar wieder auf dem Nest. Das Team fährt weitere vier Standorte an, um Gras und Unrat zu entfernen und wasserdurchlässiges Nistmaterial aufzufüllen. Alle hoffen nun auf eine erfolgreiche Brut-Saison.





zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert