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Fünf-Millionen-Investition : Ein neues Ärztehaus für Schleswig

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Zwei Mediziner und ein Apotheker planen einen Neubau an der Ecke von Stadtweg und Moltkestraße. Das zunehmend verfallende Haus mit dem ehemaligen Waschsalon wird abgerissen.

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erstellt am 09.Apr.2014 | 07:45 Uhr

Endlich mal eine gute Nachricht. Das zu betonen, wurden Bürgermeister Arthur Christiansen und Stadtmanagerin Monika Siegel nicht müde, als gestern im Rathaus die Pläne für den Bau eines neuen Ärztehauses in der Innenstadt vorgestellt wurden. Knapp fünf Millionen Euro wollen drei Schleswiger in das Gebäude investieren, das an der Ecke Stadtweg/Moltkestraße entstehen soll. Ein Projekt, das – so hofft der Bürgermeister – Signalwirkung hat: „Denn es zeigt, dass wir Schleswiger unsere Stadt voranbringen wollen – und auch können.“

Der ehemalige Waschsalon, an dessen Stelle das Ärztehaus errichtet werden soll, war vielen Bürgern und auch Besuchern der Stadt schon lange ein Dorn im Auge. Seit vielen Jahren steht das Gebäude leer und offenbarte seitdem immer mehr Zeichen des Verfalls. „Deswegen war es uns eine Herzensangelegenheit, dass gerade hier etwas passiert“, betonte Monika Siegel, die sich nun durch den Neubau nicht nur ein neues Entrée für den Stadtweg, sondern eine Aufwertung für die ganze Innenstadt verspricht. „Bei all den Problemen mit Leerständen ist dieses Projekt ein echter Lichtstrahl am Horizont.“

Dass es überhaupt so weit kommt, liegt an einem gemeinsamen Kraftakt der beiden Schleswiger Hautärzte Dr. Martin Behne und Dr. Jens-Michael Jensen, die zurzeit eine Praxis im Stadtweg 26-28 betreiben, sowie des Apothekers Hermann Wighardt (Doc Morris). „Unsere Praxis platzt aus allen Nähten. Wir wollten uns schon länger räumlich verändern. Aber das war schwieriger als gedacht“, sagte Jensen. Bei einer gemeinsamen Fortbildung sind die Ärzte dann mit dem Apotheker, dessen Mietvertrag im Stadtweg 58 demnächst ausläuft, ins Gespräch gekommen. Die Pläne wurden daraufhin konkretisiert, das Eckhaus an der Moltkestraße rückte bald in den Fokus. „Aber wir hatten Bedenken, ob wir ein so großes Projekt hinbekommen, bis der Bürgermeister uns einlud, unser Projekt doch mal vorzustellen“, erzählte Wighardt, der, wie seine Partner, das Engagement von Stadt und Stadtmanagement ausdrücklich lobte.

Läuft alles nach Plan, wird der ehemalige Waschsalon noch in diesem Sommer abgerissen. Bis Ende 2015 könnte an seiner Stelle das neue vom Jübeker Architekten Peter Rimkus entworfene Ärztehaus stehen. Dort würden sich dann auf fünf Ebenen (vier Etagen plus ein Staffelgeschoss) mehrere Facharztpraxen sowie im Erdgeschoss die Apotheke von Hermann Wighardt ansiedeln. „Es gibt bereits mehrere Anfragen von Ärzten“, verriet Jensen, wollte jedoch nicht konkreter werden, „solange noch nichts in trockenen Tüchern ist“.

Bürgermeister Christiansen freut sich dennoch schon jetzt auf einen „echten Gewinn für Schleswig“. Der wiederum könnte noch viel größer sein, wenn zeitnah auch eine Lösung für das benachbarte Hertie-Gebäude gefunden wird. Eine neue Chance dafür könnte sich durch das Städtebauförderungsprogramm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ ergeben. Kürzlich hat die Stadt beim Land einen entsprechenden Antrag auf Unterstützung in Millionenhöhe gestellt – und in diesen das Hertie-Gebäude ausdrücklich integriert.

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