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Schleswig : Ein neuer Fischer für die Schleistadt

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Petrus-Skulptur des Künstlers Carl Constantin Weber an der Plessenstraße wurde am Wochenende feierlich enthüllt.

Seine Bronzeskulptur „Die Schleswigerin“ steht bereits seit acht Jahren an der Schleipromenade. Am Sonnabendvormittag wurde nun das neueste Werk des Potsdamer Bildhauers Carl Constantin Weber in der Stadt feierlich enthüllt. „Der Fischer“ entstand als Auftragsarbeit des Rotary-Clubs Schleswig-Gottorf und ist nun an der Plessenstraße vor dem Dom zu bewundern.

In seiner Eröffnungsrede betonte Rotary-Präsident Rolf Alpes die Arbeit seines Clubs zur Unterstützung kultureller Projekte. „Wir sind stolz, dass wir Herrn Weber erneut für uns gewinnen konnten“, sagte er. Möglichen Kritikern entgegnete er: „Wir haben nur einen Bruchteil unserer Spendengelder für dieses Kunstwerk ausgegeben, der Großteil geht natürlich weiterhin an soziale Projekte.“ Außerdem bedankte er sich bei den zahlreichen weiteren Sponsoren, die den Kauf der Plastik unterstützt haben. Die Gestaltung des Umfeldes wurde vom Bauamt und den Umweltdiensten begleitet.

Als Vertreter der Sponsoren erklärte Nospa-Vorstand Enno Körtke, er sei sofort von dem Projekt begeistert gewesen: „Als Unternehmen aus der Region wollen wir natürlich dazu beitragen, den Standort Schleswig möglichst attraktiv zu gestalten und kulturell zu bereichern.“ Nach seinem Grußwort erfolgte die Enthüllung der Skulptur, die zuvor noch unter einer weißen Plane versteckt war. Gemeinsam mit Bürgermeister Arthur Christiansen machte der Künstler sein Werk erstmals für die vielen Gäste sichtbar.

Die Skulptur zeigt den Apostel Petrus – allerdings nicht als Heiligen, sondern als Fischer in der Hocke, mit einem Fisch in den Händen. Johannes Pfeifer, Dompastor im Ruhestand, gab Aufschluss über den Hintergrund des Motivs, das auf das Matthäus-Evangelium, Kapitel 17, Vers 24 bis 25, zurückzuführen ist: Als Rabi ist Petrus in seiner Heimatstadt Kapernaum zwar von der Tempelsteuer freigestellt. Jesus sagt ihm aber voraus, er werde einen Fisch fangen, in dessen Maul er eine silberne Münze finden wird. Mit dieser soll Petrus die Tempelsteuer für Jesus und sich selbst bezahlen. So passiert es.

Rotary-Mitglied Thomas Gädeke, gleichzeitig Mitarbeiter der Landesmuseen, zeigte sich von der künstlerischen Umsetzung begeistert: „Schleswig strotzt häufig nicht gerade vor Selbstbewusstsein, trotz unserer Stärken im Kulturbereich. Wir sind sehr froh, bereits zum zweiten Mal einen der bedeutendsten Bildhauer unserer Zeit hier zu haben.“ Doch dass Weber den Auftrag bekommen hat, habe nicht von Anfang an festgestanden. „Er konnte sich mit seinem Konzept gegen die Mitbewerber durchsetzen“, sagte Gädeke. Der Standort der Skulptur sei bewusst als Schnittstelle zwischen Königswiesen, Dom und Hafen gewählt worden, zudem habe das Motiv des Fischers einen starken Bezug zu Schleswig und seiner Geschichte als Fischerstadt. Die Mauer, auf der das Kunstwerk steht, wurde zudem mit einer Sitzbank ausgestattet, die dem Betrachter „Kommunikation auf Augenhöhe“ ermöglichen soll, so Gädeke.

Der Künstler selbst gab sich bescheiden, aber glücklich. „Die Resonanz ist bislang super“, freute sich Weber. Der Platz an der Plessenstraße sei in all den Jahren, die er schon nach Schleswig kommt, immer einer seiner Lieblingsplätze gewesen. Zum Abschluss bedankte sich auch Bürgermeister Arthur Christiansen, der die Skulptur als Geschenk für die Stadt entgegennahm. Die Skulptur sei eine „schöne Bereicherung für Schleswig“. Auch einige Anwohner zeigten sich begeistert von der Petrus-Figur: „Das ist wirklich eine sehr beeindruckende Arbeit“, sagte Eva Wolf (78).

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