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Altes Theatergelände in Schleswig : Ein „multifunktionaler Parkplatz“ im Lollfuß?

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Vorschlag der Initiative Pro Lollfuß: Das alte Theatergelände umgestalten zu einem Platz für Autos, Wochenmärkte und Open-Air-Veranstaltungen.

Anfang Juni rollte der letzte Bagger vom Platz. Seither ist dort, wo einst das Stadttheater stand, nur noch eine kahle Sandfläche zu sehen. Daran wird sich wohl so schnell nichts ändern. Spätestens seitdem die Stadtwerke das ehemalige Mannschaftsheim auf der Freiheit gekauft haben, um es als Spielstätte für das Landestheater herzurichten, ist klar: Mit einem neuen Stadttheater auf dem alten Grundstück im Lollfuß wird es wohl nichts mehr werden. Das sieht auch Matthias Vollbehr, der Vorsitzende der Interessengemeinschaft Pro Lollfuß so, der lange für den Standort in seinem Quartier gekämpft hatte: „Wir sind keine Traumtänzer, wir erkennen die Realitäten“, sagt er. Auch dem Verein „Neue Schleihalle“, der sich zum Ziel gesetzt hat, eine genossenschaftlich finanzierte Stadthalle zu bauen, gibt er nur noch sehr wenig Chancen. Er hat damit seinen Frieden gemacht. „Für den Lollfuß ist es eine schlechte Nachricht, dass das Theater auf die Freiheit zieht, für die Stadt Schleswig insgesamt ist es eine sehr gute Nachricht.“

Aber was wird nun aus dem Grundstück? Es gehört nach wie vor der Stadt Schleswig. In der Debatte über einen Theater-Neubau wurde sein Wert mit über einer Million Euro beziffert. Früher oder später wird die Stadt es wohl verkaufen – wenn sie einen Investor findet, der es bebaut. „Diese Überlegungen gab es schon vor gut zwei Jahren, als wir noch planten, ein neues Theater auf dem Hesterberg zu bauen“ sagt Bürgermeister Arthur Christiansen. Daran könne man jetzt wieder anknüpfen.

Auf die Frage, ob er mit der Vermarktung warten wolle, solange der Verein „Neue Schleihalle“ weiter an seinem Stadthallen-Projekt arbeitet, antwortet Christiansen: „Das ist jetzt eine rhetorische Frage, oder?“

Es ist aber wohl nicht damit zu rechnen, dass der Bürgermeister schon in den kommenden Monaten einen Käufer für das Gelände präsentiert. „Es gibt im Moment genügend andere Baustellen in der Stadt, wir haben hier keine Eile“, sagt er. Interessenten hatten sich in den letzten Jahren immer wieder gemeldet. Auch wenn dieses Interesse nie so konkret wurde, dass ein Investor an die Öffentlichkeit getreten wäre, zeichnet sich ab, dass für die bauwilligen Unternehmer der Theater-Parkplatz an der Schleistraße wesentlich interessanter ist als das abschüssige Gelände, auf dem das Theater stand.

„Das macht uns Sorgen“, sagt Matthias Vollbehr. Denn sollte die Stadt den Parkplatz verkaufen, hätten Geschäftsleute und Anwohner im Lollfuß wohl ein Problem. „Der Parkplatz ist jetzt schon oft voll belegt“, beobachtet der Pro-Lollfuß-Vorsitzende. Innenstadt-Besucher weichen hierhin aus, wenn sie im Parkhaus am Schwarzen Weg keinen Platz mehr finden. Wenn das Parkhaus, in dem jetzt schon ein Deck wegen Baufälligkeit gesperrt ist, zur Großbaustelle wird, dürfte das noch mehr werden.

Vollbehrs Vorschlag, für den er seit Monaten wirbt: Die Sandfläche umgestalten zu einem Parkplatz. „Man könnte daraus einen multifunkionalen Platz machen – mit Wochenmarkt und mit Bühnen-Programm unter freiem Himmel.“

Wie sich das Gelände mit dem freien Blick auf die Schlei als Veranstaltungsort anfühlt, das wird man in den nächsten Sommerferien erleben können. Ingo Harder, der schon drei Beach-Partys auf dem Capitolplatz organisiert hat, plant die vierte Auflage für den 19. und 20. August auf dem alten Theatergelände. Genug Sand für echte Strand-Atmosphäre gibt es dort ja.

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erstellt am 28.Dez.2015 | 13:58 Uhr

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