Debatte im Bau-Ausschuss : Ein „Menschenrechtsweg“ auf den Königswiesen?

Beliebt bei Spaziergängern und bislang namenlos: Der Fußweg nördlich des Königswiesen-Kanals.
Beliebt bei Spaziergängern und bislang namenlos: Der Fußweg nördlich des Königswiesen-Kanals.

Die Ortsgruppe der Menschenrechts-Organisation Amnesty International möchte mit einem Straßenschild auf ihr Anliegen aufmerksam machen. Der Bauausschuss-Vorsitzende ist skeptisch.

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21. November 2013, 12:00 Uhr

Im ersten Anlauf hatte es nicht geklappt. Vor einem Jahren scheiterte die Schleswiger Ortsgruppe von Amnesty International mit ihrem Vorschlag, den Hindenburgplatz umzubenennen in „Platz der Menschenrechte“. Stattdessen trägt der Platz an der Einmündung der Berliner Straße in die Schubystraße nun den Namen des früheren Stadtbaurats Julius Petersen (1883-1969).

Aber die Amnesty-Mitglieder geben nicht auf. Auf der jüngsten Sitzung des Bauausschusses hat der langjährige Gruppensprecher Christian Radtke einen neuen Antrag eingebracht. Er schlägt vor, den bisher namenlosen Weg der vom SSC-Jachthafen über die Königswiesen in Richtung Dom führt, „Menschenrechtsweg“ zu nennen. Bereits im Sommer 2011 hatte die Amnesty-Gruppe hier eine Installation mit dem Namen „Straße der Menschenrechte“ aufgestellt: Große gelbe Kunststoffschilder, auf denen die 30 Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte abgedruckt waren. „Jetzt möchten wird die damit transportierte Idee dauerhaft und öffentlich in der Stadt installieren“, sagte Radtke. Die Menschenrechte hätten sich als die „einzige praktikable Utopie im Zusammenleben der Menschheit des 21. Jahrhunderts erwiesen“. Ihre Verankerung in der Stadt Schleswig in Form eines Straßennamens sollte „als lokale Respektbekundung vor den Demokratie- und Menschenrechtsbewegungen in aller Welt – gegenwärtig speziell im arabischen Raum – verstanden werden“. Das anfangs ungewohnte Straßenschild könnte Spaziergängern – aber zum Beispiel auch den Besuchern der Wikingertage – einen Anlass für Fragen und Gespräche bieten, argumentierte Radtke.

Ob er mit seinem Ansinnen Erfolg hat, ist offen. Einzig die Grünen bekundeten Sympathien für den Vorschlag. Die CDU äußerten sich bislang gar nicht. Der Ausschuss-Vorsitzende Klaus Bosholm möchte das Thema in seiner SPD-Fraktion weiter diskutieren, ist persönlich aber eher dagegen. Er sagte, ihn erinnere der Name „an die DDR, wo es ,Straßen der Freundschaft’ gab“. Statt nach einem abstrakten Prinzip sollte man Straßen lieber nach Personen oder konkreten Dingen benennen, meinte er. Rainer Wittek (SSW) regte an, mit dem Straße eine Person, die sich besonders für die Menschenrechte eingesetzt hat, zu ehren.

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