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Fotos aus der Arktis : Ein Lebensraum verschwindet

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Das Stadtmuseum zeigt bis zum 4. Mai Bilder des isländischen Fotografen Ragnar Axelsson.

Die Welt, die Ragnar Axelsson zeigt, wird nicht mehr lange existieren. Das ewige Eis verschwindet und damit auch die Lebensgrundlage der Inuit, die in den arktischen Regionen des Nordatlantiks leben.

Der isländische Fotograf Axelsson, der seine Arbeiten unter dem Pseudonym RAX veröffentlicht, hat Inuit-Jäger auf Grönland über 25 Jahre begleitet und dabei selbst oft genug die Erfahrung gemacht, dass das Eis, auf dem sie leben immer dünner wird. „Es wird in zehn bis 15 Jahren keine Jäger mehr geben, die jüngeren Generationen werden künftig von den Bodenschätzen leben, die das Eis freigibt, von Öl, Gold und Edelsteinen“, sagt er. Axelsson, der in zahlreichen internationalen Magazinen publiziert hat, wertet diese Entwicklung nicht, vielmehr hält er dokumentarisch fest, wie nahe sich Mensch und Tier, Jäger und Beute, in einem Lebensraum kommen, der vor allem aus endlosen und unwirtlichen Weiten besteht. Der Eindruck der Leere wird durch die Schwarz-Weiß-Fotografie noch verstärkt. Doch nicht nur die Inuit auf Grönland hat er begleitet, sondern Menschen und Landschaften vieler anderer Nordatlantik-Regionen. Eindrucksvolle Bilder hat er dabei geschaffen, bei denen der Mensch nicht immer so im Zentrum steht wie auf dem Foto oben, das Inuit-Männer auf der Narwal-Jagd zeigt.

Für Axelsson, der gestern Abend bei der Eröffnung der Ausstellung „Faces of the North“ im Fotoforum des Stadtmuseum persönlich anwesend war, bedeutet das Verschwinden des arktischen Eises auch einen persönlichen Verlust. „Die Stille, die dort herrscht, wird nie mehr wiederkommen.“ Die kalte Ästhetik der Landschaft, die er so eindrucksvoll eingefangen hat, ebenfalls nicht. Insofern wäre für die Schau auch der Titel passender gewesen, der den meisten Bildern zugeordnet ist: Die letzten Tage der Arktis.


Faces of the North, Fotografien von Ragnar Axelsson (RAX). Di.-So., jeweils 10-17 Uhr. Bis 4. Mai. Stadtmuseum in der Friedrichstraße.

 

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erstellt am 31.Jan.2014 | 17:00 Uhr

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