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Reinhard von Kirchbach : Ein Leben für den Dialog zwischen den Religionen

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Er wirkte von 1966 bis 1976 als Probst in Schleswig: Reinhard von Kirchbach war ein Pionier des interreligiösen Dialogs.

Reinhard von Kirchbach – für die einen ist er der frühere Propst von Schleswig, für andere ein „Prophet“ – und er gilt als Pionier des Gespräches zwischen den Religionen. Unter dem Titel „Reinhard von Kirchbach – ein Prophet aus Schleswig“ lädt der Evangelisch-Lutherische Kirchenkreis am Sonntag, 3. November, um 11.30 Uhr zu einer Matinée nach dem Gottesdienst ins Kirchliche Verwaltungszentrum, Norderdomstraße 15, ein.

Der Vortrag über die Person von Kirchbach ist von Pastor Redlef Neubert-Stegemann zu hören, der von Kirchbach als Jugendpastor kennen gelernt hat: „Besonders beeindruckt hat mich die Art, wie von Kirchbach über sich selbst nachgedacht hat, wie er seinen Glauben gelebt und seine familiäre und kulturelle Prägung in Frage gestellt hat“, fasst Pastor Neubert-Stegemann zusammen.

Und dabei war von Kirchbach, der von 1966 bis 1976 Propst von Schleswig war, seiner Zeit weit voraus: So reiste er nach Thailand, Indien und andere ferne Länder, um mit Menschen anderer Religionen zusammen zu leben, den Alltag zu teilen, miteinander Gottesdienst zu feiern und die Rituale der anderen kennen zu lernen. 1980 lud er seine Dialogpartner zu einem ersten sechswöchigen Treffen in sein Haus in Altenhof bei Eckernförde ein. Mit einer Gruppe von Hindus, Buddhisten, Christen und Muslimen sowie vereinzelt auch Juden verabredete er sich in den folgenden Jahren zu 14 solcher Treffen in Europa und sechs asiatischen Ländern: zum Zusammenleben und Meditieren, zur Teilnahme am Leben der anderen Religionen, zu Gespräch und Lernen, Feiern, Arbeiten und Erholen. Von Kirchbachs Motto: „Man lernt sich nur dann wirklich kennen, wenn man miteinander lebt.“

Reinhard von Kirchbach bemühte sich dabei stets um ein Aufeinanderzu-Leben. Die gemeinsame Hauswirtschaft und das Fernsehen der Abendnachrichten gehört genauso dazu wie die gegenseitige Einladung zu den religiösen Feiern oder auch die Bitte, bei der Feldarbeit zu helfen. Zentrale Fragen, die ihn täglich umtrieben und die heute noch brandaktuell sind: Wie kann es Frieden in einer globalisierten Welt geben? Wie kann ich Schranken der Fremdheit verstehen und überwinden? Wie können wir ein Zusammenleben gut und gemeinsam gestalten?

Dabei ist er einen eigenständigen, relativ einsamen Weg gegangen. Aus seinem Glauben und den Begegnungen heraus fand er tiefe Zugänge zu den Glaubensquellen anderer. So konnte es geschehen, dass sich einzelne Menschen aus dem Hinduismus, Buddhismus und Islam mit ihm inniger verbunden fühlten als mit Gläubigen aus der eigenen Religion. Unter den lutherischen Theologen seiner Kirche war von Kirchbach ein „Ausreißer“, andererseits blieb er aber immer im Gespräch mit seinen Bischöfen und Kollegen in der nordelbischen Landeskirche.

Viele seiner Erfahrungen hat von Kirchbach in meditativen Texten verarbeitet, die während der Matinée am 3. November präsentiert werden. Für den musikalischen Rahmen sorgt Pastor Friedemann Magaard am Cello. Der Eintritt ist frei.

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erstellt am 25.Okt.2013 | 18:28 Uhr

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