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Ein Künstlerpaar lässt sich vom norddeutschen Licht inspirieren

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Susanne Tack blickt hinauf zum blauen Himmel und den dort dahin ziehenden Wolken, gerät angesichts der Klarheit des norddeutschen Lichtes ins Schwärmen: „Faszinierend.“ Es ist dieses klare Licht, das die Künstlerin inspiriert. Malerin Susanne Tack und Bildhauer Alf Becker sind seit 1997 ein Künstlerpaar, das sich vor einem Jahr im Hasselberger Ortsteil Hüholz niederließ und sich hier, wie beide sagen, „genüsslich“ lebt. Am Meer, in Ruhe und inmitten von Natur zu wohnen und zu arbeiten, das hatten sich die beiden freischaffenden Künstler gewünscht. Und sie haben sich diesen Wunsch erfüllt – mit einem Kunstraum und einem Skulpturengarten gerade mal drei bis vier Minuten von der Ostsee entfernt.

Die Räume und den Garten hatten die beiden auch in ihrem bisherigen Wohnort in der Nähe von Marburg – doch es zog sie hoch in den Norden. Beider Namen sind Kunstinteressierten in ganz Deutschland vertraut und so kommen diese jetzt nach Hüholz – die Kontakte sind geblieben und es gibt jedes Mal freudige Wiedersehen.

Der 61-jährige Alf Becker ist gebürtiger Hesse, der an der Folkwang-Schule in Essen Grafik und Bildhauerei studierte. Seit 1980 ist er freischaffend als Bildhauer tätig. Längst hat er sich etabliert, Skulpturen für private und öffentliche Räume geschaffen wie beispielsweise jene aus Edelstahl und Stein, die seit 2012 auf dem Bahnhofsvorplatz in Wetzlar das Kommen und Gehen symbolisiert. Sein Hüholzer Skulpturengarten steht für Bewegung, Balance und Leichtigkeit. Alf Becker nahm und nimmt an zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland teil, ist bei internationalen Symposien vertreten und organisiert auch eigene.

Die ein Jahr jüngere Susanne Tack stammt aus Rheda in Westfalen, studierte bei Professor Kohr in Ottersberg bei Bremen Kunsttherapie und Malerei. Das Leben mit Alf Becker ist für sie ebenso wie für ihren Partner ein ständiger konstruktiver Gedankenaustausch über das künstlerische Schaffen. Beiden ist Klarheit und Geometrie – in den Werken reduziert auf das Wesentliche – wichtig. Auch Susanne Tack war und ist an vielen Ausstellungen beteiligt. Ihre konzeptuelle Farbmalerei ist bei Sammlern begehrt – sogar in Hongkong gibt es einen, der auf ihre Arbeiten schwört. Ob Deutschland, Holland, Dänemark oder Schweiz – ihre Bilder und die Skulpturen von Alf Becker sind gefragt. Farbe, Struktur, Rhythmus sind das, was die Bilder von Susanne Tack ausmachen. Sie sieht die Ostsee, die Landschaft und den Himmel ganz bewusst und bannt sie auf ihre ganz eigene Art auf die Leinwand. Seine Werke stellte das Künstlerpaar unlängst nicht nur bei der Landesausstellung auf Schloss Gottorf aus, sondern inzwischen auch in den Galerien Carlshöhe bei Eckernförde und Stexwig bei Schleswig. Aktuell sind die Werke beider Künstler allerdings in Hüholz zu sehen – als gemeinsame Jahresausstellung. Ein Schild an der Kreisstraße 111 weist den Weg.

In der Hüholzer Ausstellung wird deutlich, wie sich die Arbeiten von Alf Becker und Susanne Tack einander angenähert haben – durch eine reduzierte Formensprache. Das trifft, um nur ein Beispiel zu nennen, für das Bild „Faltung“ – Acryl und Papier auf Leinwand – ebenso zu wie für die rostfarbene Stahl-Skulptur „Cash“ im Garten.

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erstellt am 08.Aug.2014 | 14:36 Uhr

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