Ein Jahrhundert der starken Frauen

Der Vorstand des DRK-Ortsvereins und die langjährigen Mitglieder mit dem stellvertretenden Kreisvorsitzenden Karsten Stühmer.
Der Vorstand des DRK-Ortsvereins und die langjährigen Mitglieder mit dem stellvertretenden Kreisvorsitzenden Karsten Stühmer.

DRK Mohrkirch wirft bei Jubiläumsfeier einen Blick auf die eigene 100 Jahre alte Geschichte

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24. März 2017, 11:30 Uhr

1917, der Erste Weltkrieg tobte: Die Not in Deutschland war groß. Immer mehr verwundete Soldaten kamen von der Front zurück in die Heimat. Eine Situation, die ohne Hilfsstrukturen nicht zu bewältigen war. In dieser Situation regte der damalige Amtsvorsteher im Amt Mohrkirch die Gründung eines „Vaterländischen Frauenvereins“ an, der sich später zum DRK-Ortsverein Mohrkirch entwickelte. Bereits damals gab es eine Verbindung in die Gemeinde Böel, als im Februar 1917 in „Timm’s Gasthof“ der Frauenverein für die Kirchengemeinde Böel gegründet wurde. Die Resonanz war beachtlich. Über 100 Frauen nahmen an der Gründungsversammlung teil. Die Versammlung wählte einen 16-köpfigen Vorstand, dem der Pastor vorstand. 1924 übernahm Louise Kühl aus Mohrkirch den Vorsitz bis 1935. Ein bis heute bewährtes System der Bezirkshelferinnen wurde eingeführt.

Rückblickend hat sich seit damals in vielen Bereichen wenig verändert. Die Finanzierung der Hilfe erfolgte aus Aktivitäten wie Konzertveranstaltungen, Verlosungen und Unterhaltungsabenden sowie Sammlungen und Mitgliedsbeiträgen.

1938 erfolgte die Auflösung der DRK-Ortsvereine und 1947 die Neugründung. Wieder war die Not groß: Der Zweite Weltkrieg war zu Ende, und viele Tausend Flüchtlingen aus dem deutschen Osten strömten nach Angeln. Neben vielen anderen Aufgaben kochte und verteilte das DRK bis 1971 Mahlzeiten für Kranke und Wöchnerinnen.

Aufmerksam lauschten die DRK-Mitglieder diesen Ausführungen zur Geschichte des Ortsverein Mohrkirch durch Frauke Mattsen. Elke Prieg, Sprecherin des Vorstandes, hatte zuvor die Mitglieder der Jubiläumsveranstaltung im Lindenhof in Böel begrüßt. Es waren starke Frauen, die den Ortsverein durch die Jahrzehnte geführt hatten. Nach Louise Kühl waren es Antje Gondesen, Maria Johannsen, Marlies Cordsen und Margret Christophersen. Seit 2016 teilt sich ein Team aus Elke Prieg, Helga Waterhues, Frauke Mattsen und Telse Bestry die Arbeit des heute 181 Mitglieder starken Vereins.

Karsten Stühmer, stellvertretender DRK-Kreisvorsitzender, war nach Böel gekommen, um zu gratulieren und für 100 Jahre ehrenamtliche Hilfe zu danken. er bescheinigte den Mitgliedern, ein wichtiges Rädchen in der großen Rotkreuzfamilie zu sein. War es vor 100 Jahren ein enges Gebiet, in dem es galt, Not zu lindern, sei das Rote Kreuz heute weltweit tätig. „Ob international oder vor Ort – unter dem Zeichen des Roten Kreuzes setzen sich die Menschen für Frieden und Hoffnung ein“, sagte Stühmer.

Das DRK lebe durch seine Mitglieder. Viele sind dem Verein seit Jahren treu. Dazu gehören seit 25 Jahren Heinke Block, Marina Callsen, Cornelia Clausen, Claudia Esenwein, Heike Giese, Christiane Lockwald, Christa Matzen, Karin Nissen und Antje Peters, seit 40 Jahren Helga Marxen, Traute Plath und Herta Strohschein, seit 50 Jahren Hertha Golz und Dorothea Grünwald sowie seit 60 Jahren Antje Gondesen. Für sie alle gab es Urkunden und Anstecknadeln.

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