Saustrup : Ein Jahr „Pferdeklappe“

Der Vorstand des Vereins mit dem 18-jährigen Holländer Warmblut Fabro, dem ersten Tier, das  abgeliefert wurde.
Der Vorstand des Vereins mit dem 18-jährigen Holländer Warmblut Fabro, dem ersten Tier, das abgeliefert wurde.

Der Verein „Pferdeklappe Saustrup“ hat bereits 100 Tiere vermittelt.

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21. März 2014, 07:59 Uhr

Nicht zuletzt dank des großen Medienechos auf die Gründung konnten der Verein „Pferdeklappe Saustrup“ bereits im ersten Jahr mehr als 100 Tiere vermitteln. Das erklärte Vorsitzende Petra Teegen auf der ersten Jahresversammlung in der Mohrkircher Dörpstuv. Details des Angebots müssten sich allerdings noch herumsprechen. „Leider verwechseln uns viele Pferdehalter noch mit einem Gnadenhof“, so Teegen.

Das Ziel des Vereins sei ausdrücklich die Vermittlung der Pferde – auf Wunsch anonym. Für einen Gnadenhof sei bei ihnen kein Platz und es fehlten die Mittel. Manche Tiere würden den Hof gar nicht zu sehen bekommen, sondern würden direkt von einem Besitzer zum nächsten vermittelt.

„Mir geht es neben den Tieren auch um die Menschen, die oft verzweifelt oder apathisch sind, wenn sie ihrem vierbeinigen Liebling nicht mehr die Pflege und Versorgung geben können, die er braucht“, erklärte die stellvertretende Vorsitzende Kristina Thiesen. Mit der Pferdeklappe würde man den Menschen einen Teil des Drucks nehmen, der auf ihnen laste und den Tieren eine Menge Leid ersparen.

Auch wenn die anonyme Übergabe möglich ist, zeigen sich die meisten Pferdebesitzer und übergeben auch die notwendigen Papiere, erläuterte Teegen. Das erleichtere dem Verein, der bereits 168 Mitglieder hat, die Arbeit. Es habe aber auch den Fall gegeben, dass eine Spedition sieben Pferde auf einmal abgeliefert habe, der Auftraggeber aber unbekannt blieb. Das Pferd mit der weitesten Anreise kam aus dem 960 Kilometer entfernten Bayreuth.

Auch Nachahmer gebe es inzwischen, die sich sogar den Begriff „Pferdeklappe“ für ihre Homepage gesichert hätten. Davon seien einige vermutlich unseriös, während anderen nicht klar sei, dass man für die Durchführung dieser Aufgabe ein breites Netzwerk im Hintergrund brauche, das nicht nur aus ehrenamtlichen Helfern bestehen dürfe.

Für das laufende Jahr plant der Verein den Bau eines Unterstandes auf der Klappenkoppel. Außerdem werden vier neue Boxen auf dem Stammbetrieb und acht auf einer Nebenstelle eingerichtet. Für den 17. Mai plant der Verein einen „Tag der offenen Pferdeklappe“, bei dem die Öffentlichkeit sich über die Möglichkeiten des Vereins informieren kann.

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