Schleswig : Ein Hospiz im Garten

Das Grundstück ist gefunden: Zwischen Gartenstraße und Moltkestraße soll das stationäre Hospiz errichtet  werden. Die Stiftungsvorstände Enno Körtke und Steffanie Hildebrandt (Foto) sind erleichtert – und hoffen auf  weitere Spenden für das Projekt.
Das Grundstück ist gefunden: Zwischen Gartenstraße und Moltkestraße soll das stationäre Hospiz errichtet werden. Die Stiftungsvorstände Enno Körtke und Steffanie Hildebrandt (Foto) sind erleichtert – und hoffen auf weitere Spenden für das Projekt.

Das stationäre Hospiz für Schleswig rückt näher. Ein Baugrundstück gibt es schon.

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01. Juni 2018, 07:20 Uhr

Mitten in der Stadt, aber dennoch mit viel Grün drum herum: Für den Bau eines stationären Hospizes in Schleswig haben die Initiatoren ein passendes Grundstück gefunden. Die Einrichtung mit acht Betten soll auf der ehemaligen Obstwiese zwischen Garten- und oberer Moltkestraße entstehen. „Möglichst noch Ende Juni wollen wir das Grundstück kaufen“, kündigt Enno Körtke vom Vorstand der Hospiz- und Palliativstiftung an.

Alte Baumbestände säumen das rund 3000 Quadratmeter große Areal. „Es ist ein idyllischer Ort“, findet Körtkes Vorstandskollegin Steffanie Hildebrandt. Zentral gelegen und doch ruhig – ideal, damit sterbenskranke Menschen ihre letzten Tage in Würde verbringen können. Auch Körtke hebt den Gartencharakter hervor: „Es geht ja nicht nur um Menschen, die an Maschinen hängen. Die wollen auch draußen sein.“ Der Name der künftigen Einrichtung lautet entsprechend: „Petri-Haus – Hospiz im Garten“ haben es die Verantwortlichen im Vorwege getauft.

Das versteckt gelegene Grundstück, erreichbar nur über eine schmale Zufahrt von der Moltkestraße, gehört noch dem Nübeler Lutz Becker. Der Investor wollte auf dem Gelände ursprünglich drei Doppelhäuser errichten und hatte dafür seit gut zwei Jahren den Segen von Politik und Verwaltung. Jetzt tritt er das Areal aber an die Hospizstiftung ab. Zuvor hatten sich die Anwohner jahrelang gegen Bauanträge verschiedener anderer Investoren gewehrt. Zu überdimensioniert seien die Pläne mit bis zu 14 Stadtwohnungen, wetterten die Nachbarn.

Zu den Wortführern zählten damals Uwe und Bärbel Mitransky aus der Gartenstraße. Dass jetzt ein Hospiz in ihre Nachbarschaft kommen soll – das stößt bei dem Ehepaar auf positive Resonanz. Als „Segen für die Menschheit“ bezeichnet Uwe Mitransky das Vorhaben. Seine Frau drückt ihre Hochachtung vor dem Schleswiger Ehepaar Günther und Renate Meier aus, das mit einer Zwei-Millionen-Euro-Spende das Hospiz erst ermöglicht. „Wir sollten froh sein, dass es sowas in Schleswig bald gibt“, betont Bärbel Mitransky.

Vor einigen Wochen informierte die Hospizstiftung die Anwohner über ihre Pläne. „Es gab sehr wohl einige Wünsche an die Gestaltung“, berichtet Körtke von dem Treffen. „Aber keiner der Anwohner hat den Bau des Hospizes abgelehnt.“ Das bestätigt auch Bärbel Mitransky.

Der Bebauungsplan Nr. 12 muss nun neu aufgestellt werden. Im April nächsten Jahres, so hofft Körtke, könnte mit dem Bau begonnen werden. Auf 2,6 Millionen Euro schätzt er die Gesamtkosten des Projektes. So fehlt trotz der gewaltigen Summe des Ehepaars Meier und der erhofften Landesförderung in Höhe von 240 000 Euro noch Geld. Jeder Cent zählt. Und so verweisen Enno Körtke und Steffanie Hildebrandt auch auf die neuen Spendenboxen, die Eventmanager Ingo Harder bei seinen Veranstaltungen aufstellen will – erstmals bei seinem Frühlingsfest heute und morgen auf dem Rathausmarkt.


>Spendenkonto der Hospiz- und Palliativstiftung: DE 89 2175 0000 0165 3395 81

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